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Banken und Investoren erhöhen Druck auf Gebäudedaten

Laut Apleona bestimmen Banken und Investoren den Datenalltag der Immobilienbranche.

Kreditinstitute und Kapitalgeber üben inzwischen den stärksten Druck auf das Informationsmanagement von Immobilienunternehmen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung von Apleona, dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) und der Brancheninitiative Coalition-X unter 112 Marktteilnehmern. Rund 40 Prozent der Befragten stufen den Einfluss der Datenanforderungen von Banken auf ihre operative Tätigkeit als stark bis sehr stark ein. Bei den Investorenvorgaben zeichnet sich mit 39 Prozent ein ähnlich deutliches Bild ab. Klassische ESG-Regularien wie CSRD, EU-Taxonomie oder SFDR rangieren mit Werten zwischen 18 und 24 Prozent spürbar dahinter.

Analoge Erfassung bremst Facility Management

Trotz der gestiegenen Relevanz dominiert in der Praxis weiterhin die manuelle Erhebung das Geschehen. Mit 54 Prozent bleibt die händische Erfassung die meistgenutzte Methode für ESG- und Gebäudedaten im Bestand. Lediglich 30 Prozent der Unternehmen setzen auf CAFM-Systeme oder softwaregestütztes Smart Metering, während spezialisierte ESG-Plattformen nur bei gut einem Fünftel Anwendung finden. Für Facility Manager und Bauträger bedeutet dieser Zustand einen immensen Mehraufwand, da Schnittstellen fehlen und die Fehleranfälligkeit hoch bleibt.

„Die Immobilienwirtschaft hat sich über viele Jahre mit heterogenen Datenbeständen und manuellen Prozessen arrangiert. Das funktioniert künftig immer weniger“, pointiert Dr. Jochen Keysberg, CEO der Apleona Group. Keysberg unterstreicht: „Digitalisierung, Automatisierung und insbesondere der Einsatz von KI setzen voraus, dass Daten verlässlich, einheitlich definiert und damit nutzbar sind. Datenqualität wird so zu einer entscheidenden Voraussetzung, um die neuen Potenziale überhaupt heben zu können.“

Fehlende Standards erschweren Reporting

Als gravierendste Hürde bei der Datenbereitstellung werten 70 Prozent der Teilnehmer uneinheitliche Vorgaben der Finanzpartner. Jeder zweite Befragte sieht in unklaren Definitionen von Leistungskennzahlen ein massives Problem für die tägliche Praxis. Zudem monieren jeweils 41 Prozent lückenhafte Basisdaten auf Gebäudeebene sowie risikobehaftete Übertragungsschritte. Fachplaner und Eigentümer sehen sich dadurch mit einem fragmentierten Datenökosystem konfrontiert, das skalierbare Nachweise verhindert.

Nachvollziehbarkeit und Data Lineage rücken in den Fokus

Vor diesem Hintergrund fordern Finanzinstitute und Aufsichtsbehörden eine lückenlose Nachvollziehbarkeit der Datenherkunft, die sogenannte Data Lineage. Die Branche reagiert auf diese Entwicklung: Knapp die Hälfte der Marktteilnehmer bereitet sich bereits operativ auf diese Nachweispflichten vor. Weitere 30 Prozent haben das Thema zwar identifiziert, bislang aber keine konkreten Prozesse implementiert. Parallel forciert die Europäische Union ein digitales Gebäudelogbuch, um einheitliche Datenstandards auf Liegenschaftsebene zu etablieren.

Digitale Siegel für automatisierte Prozesse

Um valide Datengrundlagen zu garantieren, erprobt die Initiative Coalition-X unter Schirmherrschaft des ZIA eine fälschungssichere, maschinenlesbare Signierung direkt an der Datenquelle. Neben Apleona testen weitere Partner dieses Verfahren im laufenden Gebäudebetrieb, um Daten künftig automatisiert für KI-Systeme verfügbar zu machen.

„Wir brauchen klare Definitionen und verlässliche Echtheitszertifikate zwischen den Beteiligten. Daten sollten dort erhoben und gesiegelt werden, wo sie entstehen, und anschließend gesichert weitergegeben werden“, betont Jochen Schenk, Vizepräsident des ZIA. Schenk ergänzt: „Die Potenziale KI-gestützter Prozesse lassen sich nur auf Basis qualitativ hochwertiger und verlässlicher Daten vollständig ausschöpfen.“ Für Betreiber und Investoren entscheidet die zeitnahe Standardisierung dieser Schnittstellen über die zukünftige Finanzierungsfähigkeit ihrer Portfolios.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 09. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 09. Oktober 2026


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AutorRedaktion
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Gebäudedaten
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