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Dämmstoffbranche forciert Kreislaufwirtschaft

Die GPH feiert 50 Jahre und etabliert mit EPSolutely zirkuläre Stoffkreisläufe am Bau.

Die Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (GPH) feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen und stellt dabei zirkuläre Konzepte in den Mittelpunkt ihrer Verbandsarbeit. Was im Jahr 1976 mit der systematischen Qualitätssicherung von Wärmedämmstoffen begann, mündet heute in praxistauglichen Initiativen zur Wiederverwertung von Baustellenabfällen. Als zentrales Zukunftsprojekt der Branche fungiert dabei die Initiative EPSolutely.

Rückholsystem sammelt 315 Tonnen Baustellenverschnitt

Die Initiative ging ursprünglich aus einem Forschungsprojekt unter der Leitung von Fraunhofer Austria hervor und agiert mittlerweile als österreichweites Rückholsystem für sortenreine EPS-Verschnitte. Seit September 2024 erfassen Verarbeiter das Baustellenmaterial getrennt in standardisierten Sammelsäcken und koordinieren den Abtransport über eine digitale Plattform. Getragen wird die Logistik durch den Schulterschluss von sechs führenden Herstellern, namentlich Austrotherm, austyrol, Flatz, Hirsch, Steinbacher und swisspor. Dieser Verbund hat bereits über 315.000 Kilogramm Verschnittmaterial gesammelt und vollständig in die Neuproduktion von Dämmplatten rückgeführt.

„Die GPH hat die Entwicklung des österreichischen Dämmstoffmarktes über fünf Jahrzehnte wesentlich mitgestaltet“, betont Roland Hebbel, Obmann der GPH. Man habe belastbare Produktstandards etabliert sowie die Qualitätssicherung so vorangetrieben, dass EPS heute einen festen Bestandteil des energieeffizienten Bauens bilde. „Mit EPSolutely haben wir nun auch beim Recycling einen entscheidenden Schritt gesetzt“, unterstreicht Hebbel die Tragweite der Initiative für die Bauwirtschaft.

Qualitätsstandards im Wandel der europäischen Normung

Die historische Entwicklung spiegelt die zunehmende Professionalisierung und Reglementierung des Bauwesens wider. Während die erste nationale Norm für EPS-Dämmstoffe im Jahr 1967 noch mit sieben Seiten das Auslangen fand, definiert heute die rund 70 Seiten starke europäische Norm EN 13163 die exakten Leistungsparameter werkmäßig hergestellter Produkte. Planer und Ingenieure profitieren dabei von standardisierten Deklarationen bezüglich Wärmeleitfähigkeit, Druckspannung und Brandverhalten.

„Die GPH hat diese Transformation von der Güteüberwachung über Brandprüfungen bis hin zu Umwelt-Produktdeklarationen federführend begleitet“, pointiert GPH-Geschäftsführer Clemens Demacsek. Dieser ganzheitliche Qualitätsansatz stelle sicher, dass Planer und Bauherren verlässliche Daten für energetische Nachweise und Nachhaltigkeitszertifizierungen zur Verfügung haben.

Herausforderung Gebäuderückbau und Recycling-Skalierung

Neben sortenreinen Baustellenabschnitten rückt der Verband künftig komplexere Abfallströme in den Fokus. Im Rahmen des europäischen Projekts PolyStyreneLoop engagiert sich die Organisation für fortschrittliche Aufbereitungsverfahren von rückgebauten und verunreinigten Dämmstoffen. Die zentrale Hürde liegt hierbei in der Überführung der Prozesse in den großtechnischen und wirtschaftlichen Maßstab.

Sanierungsoffensive sichert Ressourcen dauerhaft

Angesichts der klima- und energiepolitischen Vorgaben sieht der Verband in der Sanierungsoffensive des Gebäudebestands die Kernaufgabe der kommenden Dekade. Eine fachgerechte thermische Ertüchtigung senkt die Betriebsemissionen signifikant und hält graue Energie im Wirtschaftskreislauf. Mit standardisierten Sammelsystemen und qualitätsgesicherten Produkten setzt die GPH somit die Parameter, um Bauprojekte technisch präzise und ressourceneffizient umzusetzen.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 30. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 30. Oktober 2026


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AutorRedaktion
Tags
Entwicklung
Dämmstoffe
GPH
kreislaufwirtschaft
Recycling
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