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Deutscher Bau erholt sich nur langsam

Nur zaghafte Trendwende zeichnet sich ab

Der deutsche Bausektor, der größte in Europa, hat seinen Tiefpunkt offenbar durchschritten. Zwischen 2020 und 2025 schrumpfte die Bauwirtschaft um mehr als zehn Prozent. Für 2026 wird nun ein Wachstum von einem Prozent erwartet, für 2027 von zwei Prozent.

Getragen wird die Erholung vor allem vom Wohnungsneubau und von Infrastrukturinvestitionen. Die vergangenen Jahre waren für die deutsche Bauwirtschaft von Underperformance geprägt. Während die europäische Bauproduktion im Fünfjahresdurchschnitt jährlich um 1,75 Prozent zulegte, verzeichnete Deutschland Rückgänge. Höhere Baustoffkosten, gestiegene Zinsen und geopolitische Unsicherheit haben Investoren zurückhaltender gemacht. Seit 2022 liegt der Vertrauensindikator deutscher Bauunternehmen deutlich unter dem europäischen Durchschnitt, und nach dem Ausbruch des Iran-Konflikts verschlechterte sich die Stimmung erneut. Die Hormuz-Krise sorgt für zusätzliche Unsicherheit bei den Baukosten, wenngleich die direkten Auswirkungen höherer Gas- und Ölpreise begrenzt bleiben.

Im August meldeten 30 Prozent der deutschen Bauunternehmen Engpässe bei der Personalverfügbarkeit. Angesichts einer alternden Belegschaft dürfte sich dieses Problem mit anziehender Konjunktur noch verschärfen. Unternehmen müssen verstärkt auf Industrialisierung, Digitalisierung und gezielte Nachwuchsgewinnung setzen.

Im Wohnbau zeigen sich erste Lichtblicke. Die Zahl der erteilten Baubewilligungen steigt seit Ende 2025. Bis Juni 2026 lag das Niveau um 17 Prozent über dem Wert von vor zwei Jahren, allerdings noch deutlich unter den Höchstwerten von 2021 und 2022. Die deutsche Bundesregierung hat mit dem sogenannten Bau-Turbo ein Instrument zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren geschaffen. Die Wirkung hängt jedoch maßgeblich von der Bereitschaft der Kommunen ab. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kreditkonditionen seit Jahresbeginn gestiegen sind und schwächeres Lohnwachstum die Leistbarkeit weiter belastet.

Der Business Case für Neubauprojekte bleibt schwierig. Zwar herrscht in vielen städtischen Lagen akuter Wohnungsmangel, doch können Bauträger und Projektentwickler die gestiegenen Inputkosten häufig nicht an Käufer weitergeben, da die Preise für Bestandsimmobilien noch unter dem Niveau von vor drei Jahren liegen. Käufer weichen bei zu hohen Neubaupreisen auf bestehende Liegenschaften aus.

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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 07. September 2026 - zuletzt bearbeitet am 14. September 2026


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AutorStefan Posch
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