Erstes Tiefkühllager mit DGNB-Gold eröffnet
Im Green Logistics Park Loosdorf setzt ein 110-Millionen-Euro-Projekt neue Maßstäbe in Sachen Effizienz.
Im niederösterreichischen Loosdorf haben F & S Real Estate Solutions und Schisernig Real Estate Investor das österreichweit erste DGNB-Gold-zertifizierte Tiefkühllager an GMS Gourmet übergeben. Der Gastronomiedienstleister betreibt am Standort im „Green Logistics Park“ ab sofort eine hochmoderne Kühllogistik auf über 4.500 Quadratmetern Nutzfläche. Das Gütesiegel honoriert Industriegebäude, die strenge ökologische, ökonomische und technische Vorgaben auf Referenzniveau erfüllen. Für Fachplaner und Bauträger markiert das Projekt einen Meilenstein in der energieoptimierten Kühllogistik.
Energieautarkie bei minus 22 Grad
Die Errichtung des Spezialbaus beanspruchte lediglich zehn Monate Bauzeit. Um bei dauerhaften Betriebstemperaturen von bis zu minus 22 Grad eine optimale thermische Bilanz zu gewährleisten, erhielt die Gebäudehülle eine hochleistungsfähige Dämmung. Eine Aufdach-Photovoltaikanlage mit 1,2 Megawatt Spitzenleistung deckt rund drei Viertel des gesamten Strombedarfs ab. Vier Batteriespeicher und ein integriertes Notstromkonzept sichern den unterbrechungsfreien Betrieb technisch zusätzlich ab.
Zirkuläre Bauweise und nachhaltiger Werterhalt
Beim Tiefbau galt das Prinzip minimaler Erdbewegungen, wodurch anfallendes Aushubmaterial direkt vor Ort zirkulär wiederverwertet wurde. Ein Koordinationsbüro des Zertifizierers begleitete den gesamten Ausführungsprozess engmaschig. „Die lückenlose Nachhaltigkeit von den Erdarbeiten bis zum laufenden Betrieb sichert den langfristigen Werterhalt der Immobilie“, betont Walter Schisernig von Schisernig Real Estate Investor. Hannes Hasibar, Geschäftsführer von Gourmet, unterstreicht: „Das moderne Energiekonzept und die Vor-Ort-Stromerzeugung stärken nachhaltig unsere Krisenfestigkeit.“
Wirtschaftsimpuls für das Gewerbegebiet
Mit der Übergabe findet die Gesamtentwicklung des Industrieareals an der Westautobahn ihren Abschluss. Seit 2021 investierten die beiden Entwickler rund 110 Millionen Euro in das über 20 Hektar große Areal. Neben der Revitalisierung von 55.000 Quadratmetern Altbestand entstanden 20.000 Quadratmeter Neunutzfläche für zehn Betriebe mit über 200 Beschäftigten. „Die Ansiedlung erwirtschaftet künftig zehn bis 15 Prozent des Gemeindebudgets und sichert Investitionen in soziale Infrastruktur“, pointiert Loosdorfs Bürgermeister Thomas Vasku.
Forderung nach Verfahrensbeschleunigung
Gleichzeitig mahnen Projektpartner und Gemeindeführung strukturelle Reformen bei künftigen Ansiedlungen an. Um Flächenknappheit zu bewältigen und Bodenversiegelung zu minimieren, seien überregionale, interkommunale Planungen künftig unverzichtbar. Walter Schisernig kritisiert zudem langwierige Behördenwege trotz bestehender Widmungen: „Die Politik muss Bewilligungsprozesse bundesweit praxistauglicher und rascher gestalten, um Investitionssicherheit zu garantieren.“ Für künftige Logistikentwicklungen wird das Zusammenspiel von zirkulärem Bauen und regulatorischer Effizienz zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
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