Gesamtinflation steigt weiter
Druck bei Kernrate bleibt vorerst moderat
Die Gesamtinflation in der Eurozone ist im August 2026 infolge des Nahost-Konflikts und erneut gestiegener Energiepreise von 2,9 auf 3,3 Prozent geklettert – den höchsten Wert seit Beginn der Krise vor sechs Monaten. Die Energiepreise legten im Jahresvergleich um 14,3 Prozent zu, während die Wareninflation leicht auf 1,2 Prozent stieg.
Im Gegensatz zur Hauptrate entwickelte sich die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) überraschend entspannt: Sie fiel von 3,3 auf 2,4 Prozent zurück und verharrt damit exakt auf dem Niveau von vor dem Konfliktausbruch. Eine spürbare Weitergabe der höheren Energiekosten an Konsumenten und Dienstleistungen blieb bislang aus. Die Dienstleistungsinflation schwächte sich im August sogar von 3,3 auf 3,0 Prozent ab.
Ökonomen warnen jedoch vor verzögerten Effekten durch steigende Löhne und anhaltende Lieferkettenprobleme. Für den geldpolitischen Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) vereinfacht die gestiegene Gesamtinflation die Argumentation für die am 10. September anstehende Leitzinsanhebung. Über das Ausmaß etwaiger folgender Zinsschritte wird die anhaltend moderate Kernrate innerhalb des Notenbankrats jedoch für Diskussionsstoff sorgen.
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