Investoren galuben weiter an Wohnen
Nischensegment Micro und Studenten boomen
Wohnen an sich ist eine problematische Assetklasse - mehr noch als Österreich ist dies in Deutschland so und hier vor allem absehbar in Berlin. Aber: Der Markt für Alternative Living steuert auf eine massive Versorgungslücke zu. In einer erstmals vorgelegten Gesamtanalyse für Deutschland zeigt das Beratungshaus Colliers, dass alternative Wohnformen – von Purpose-Built Student Accommodation (PBSA) über Micro-Living und Co-Living bis hin zu Serviced Apartments – derzeit nur magere 4 bis 5 Prozent aller Wohnungsfertigstellungen in Deutschland ausmachen. Pro Jahr entstehen lediglich 11.000 bis 15.000 dieser spezialisierten Einheiten, während bundesweit bereits bis zu 1,4 Millionen Wohnungen fehlen. In Österreich dürfte diese Marktsituation durchaus verlgeichbar sein.
Gleichzeitig verzeichnen Investoren einen Nachfrageschub durch demografische Verschiebungen und veränderte Lebensentwürfe: Bis 2040 wird die Zahl der Einpersonenhaushalte in den Top-7-Städten um 5,6 Prozent steigen, während rund 3 Millionen Studierende und über 2,7 Millionen mobile Pendler händeringend nach flexiblem Wohnraum suchen. Das Transaktionsvolumen im Segment explodierte bereits 2025 um 74 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Derzeit zielen alternative Investmentstrategien in Europa auf ein Kapitalvolumen von mindestens 12 Milliarden Euro ab – davon entfällt mit rund 4,5 Milliarden Euro mehr als ein Drittel auf den deutschen Markt.
Felix von Saucken, CEO von Colliers Deutschland, betont, dass sich der Fokus am Markt drastisch verschiebt: Neben der reinen Objektqualität entscheidet die operative Leistungsfähigkeit der Betreiber über den Erfolg. Bei Mikrowohnkonzepten liegen die Auslastungsquoten aktuell bei Spitzenwerten von 95 bis 96 Prozent. Um den enormen Nachfrageüberhang zu bedienen, fordert Colliers verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und setzt verstärkt auf die Konversion von nicht mehr marktfähigen Büroimmobilien.
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