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Keine Preisbremse aber Abflachung

Raiffeisen Research sieht langsamere Fahrtgeschwindigkeit

Laut Raiffeisen Research Senior Ökonom für die österreichische Volkswirtschaft, Matthias Reith, stellte die Pandemie für den österreichischen Immobilienmarkt keine Preisbremse, sondern vielmehr einen Preisbeschleuniger dar. Nun geht die Gesundheitskrise nahtlos in die Energiekrise über, begleitet von nichts Geringerem als einer geopolitischen Zeitenwende. "Der Ausnahmezustand geht in die Verlängerung, ist gefühlt sogar der neue Normalzustand", bringt Reith das krisenbehaftete Umfeld der letzten Jahre auf den Punkt. Doch damit nicht genug: Hinzu kommt auch noch die bereits in vollem Gange befindliche Zinswende. Hohe Inflation, hohe Unsicherheit, steigende Zinsen. Ist es dieser Dreiklang, der nun das Schicksal des mit 17 Jahren kontinuierlicher Preisanstiege "dienstältesten" aller globalen Immobilienzyklen besiegelt? Kurzfristig stehen die Zeichen auf eine Fortsetzung des preislichen Steigflugs. "Egal ob Finanzkrise, Eurokrise, Brexit oder eben Corona: Krisenzeiten waren gute Zeiten für den heimischen Immobilienmarkt. Denn genau dann schaltete der österreichische Immobilienmarkt immer einen Gang höher", so Casper Engelen, Ökonom für den österreichischen Wohnimmobilienmarkt bei Raiffeisen Research. Auch die aktuelle geopolitische Unsicherheit sollte daher für sich genommen einen Unterstützungs- und keinen Belastungsfaktor darstellen. Und die höchste Inflation seit mehr als 40 Jahren? "Wohnimmobilien waren in der Vergangenheit und weltweit betrachtet Inflationsgewinner, allerdings hängt das Ausmaß des realen Preisanstiegs von der Höhe der Inflation ab. Man kann also sagen: Die Dosis macht das Gift", so Reith. Am vorteilhaftesten erwiesen sich dabei Phasen erhöhter Inflation von etwa 5 bis 7 Prozent. Das aktuelle Inflationsumfeld in Österreich ist folglich genau jenes, in dem Wohnimmobilien historisch und global betrachtet den höchsten realen Preiszuwachs erzielt haben. Erst bei zweistelligen Inflationsraten boten Immobilien nur scheinbaren Schutz vor realem Wertverlust. Strengere Kreditvergabestandards und insbesondere steigende Zinsen sind jedoch Faktoren, die ab etwa der zweiten Jahreshälfte für eine deutliche Abflachung des Preisauftriebs und damit gegen ein ungebremstes "weiter so" sprechen. Der absehbar abermals hohe Immobilienpreisanstieg im Gesamtjahr 2022 - wir erwarten einen Preiszuwachs von mindestens 8 Prozent p.a. - darf also nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Jahr 2022 ein "zweigeteiltes" für den österreichischen Immobilienmarkt werden könnte. Und das sollte kein Ausreißer, sondern vielmehr Auftakt zu einer insgesamt merklich langsameren "Fahrtgeschwindigkeit" sein. "Die Zeiten, in denen fortgesetzten Preisanstiegen kontinuierliche Zinsrückgänge gegenüberstanden und damit die Leistbarkeit unterm Strich kaum gesunken ist, sind jedenfalls vorbei", gibt Engelen zu bedenken. Ob es auch zu einer Vollbremsung oder gar dem Einlegen des Rückwärtsgangs kommt, hängt maßgeblich davon ab, wie stark dem Immobilienmarkt der zinsseitige Gegenwind entgegenbläst. Zweifellos gilt: Das Zinsrisiko ist momentan das größte Risiko für den Immobilienmarkt. "
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 29. Juni 2022 - zuletzt bearbeitet am 29. Januar 2026


SP
AutorStefan Posch
Tags
Wohnen
Markt
Raiffeisen Research
Wohnpreise
Matthias Reith

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