Logistikimmobilienmarkt stabilisiert sich
Großanmietungen verlieren aber an Bedeutung
Der österreichische Logistikimmobilienmarkt zeigt sich 2026 nach zwei schwierigen Jahren in einer Phase der Stabilisierung. Laut aktuellem Marktbericht von CBRE bleibt das Umfeld jedoch von geopolitischen Risiken und einer verhaltenen Konjunktur geprägt. Die Wirtschaft dürfte heuer um rund 0,7 Prozent wachsen, während sich gleichzeitig die Anforderungen der Nutzer deutlich verändern. Unternehmen setzen verstärkt auf resilientere Lieferketten und flexible Logistikstrukturen.
Auffällig ist die Verschiebung bei den Flächengrößen: Großanmietungen verlieren an Bedeutung, gefragt sind zunehmend Einheiten zwischen 1.000 und 3.500 Quadratmetern. Vor allem mittelständische Unternehmen treiben diese Entwicklung. Parallel gewinnen spezialisierte Nutzer – etwa aus Pharma- und Kühlsegmenten – an Gewicht. Viele Mieter bauen gezielt Pufferkapazitäten auf. Das aktuell breite Angebot sorgt österreichweit für vergleichsweise günstige Konditionen.
In Wien zeigt sich die Marktlage differenziert. Nach einem Fertigstellungsboom 2024 liegt die Leerstandsquote Ende 2025 bei rund 9,8 Prozent. Ein großer Teil entfällt auf jüngere Objekte sowie auf ältere Bestände, die heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen. Gleichzeitig sinkt die Neubautätigkeit: Für 2026 werden rund 110.000 Quadratmeter erwartet, ein Rückgang von etwa 16 Prozent. Der Flächenumsatz lag 2025 bei rund 147.000 Quadratmetern. Die Spitzenmieten bleiben stabil und dürften leicht auf etwa 7,35 Euro pro Quadratmeter steigen.
Regional präsentiert sich der Markt weitgehend ausgeglichen. Linz bleibt ein zentraler Logistikstandort mit breiter Nachfragebasis. Graz profitiert von modernen Flächen und Infrastrukturprojekten wie der Koralmbahn. In Salzburg und Innsbruck begrenzt Flächenknappheit das Wachstum, während die Region Villach-Klagenfurt durch ihre Lage im Alpen-Adria-Raum an Bedeutung gewinnt.
Am Investmentmarkt wurden 2025 rund 388 Millionen Euro umgesetzt, ein Plus von 29 Prozent. Gefragt sind vor allem moderne, voll vermietete Objekte in etablierten Lagen. Zunehmend rücken Sale-and-Lease-Back-Modelle in den Fokus, da sie stabile Erträge versprechen. Die Spitzenrendite liegt derzeit bei etwa 5,10 Prozent.
Für 2026 deutet vieles auf eine Fortsetzung der Stabilisierung hin. Neben der leichten wirtschaftlichen Erholung könnten nationale Initiativen zur Stärkung des Logistikstandorts Impulse liefern. Die weitere Entwicklung bleibt jedoch eng an die globalen Rahmenbedingungen gekoppelt.
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