Erholung in Deutschland setzt sich fort
Wohninvestments von rund zwei Milliarden Euro
Der deutsche Wohn-Investmentmarkt ist solide in das Jahr 2026 gestartet. Nach einer Analyse von BNP Paribas Real Estate wurden in den ersten drei Monaten knapp 2,0 Milliarden Euro in größere Wohnungsportfolios ab 30 Wohneinheiten investiert. Zwar entspricht dies im Vergleich zum ungewöhnlich starken Vorjahresquartal einem Rückgang von etwa 22 Prozent, doch die reine Volumenbetrachtung greift zu kurz. Während das Vorjahr von wenigen massiven Portfoliotransaktionen geprägt war, ist die Anzahl der einzelnen Abschlüsse im aktuellen Quartal spürbar gestiegen. Experten werten dies als klares Signal für eine breitere Markterholung.
Laut Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer und Head of Residential Investment der BNP Paribas Real Estate GmbH, führte die Aufhellung der Investorenstimmung zu einem robusten Jahresauftakt. Dass das Volumen nicht noch höher ausfiel, lag primär am Fehlen bundesweiter Großtransaktionen. Die Struktur der Abschlüsse war eher kleinteilig, was sich jedoch positiv in der Frequenz niederschlägt. Mit insgesamt rund 70 registrierten Transaktionen wurden im ersten Quartal so viele Deals gezählt wie seit 2022 nicht mehr. Angesichts einer gut gefüllten Pipeline und der hohen Nachfrage nach sicherheitsorientierten Assets wird mit einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten gerechnet.
Aktuell bestimmen vor allem mittelgroße Deals das Geschehen auf dem Investmentmarkt. Transaktionen zwischen 10 und 50 Millionen Euro machten einen Marktanteil von 48 Prozent aus, was deutlich über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 28 Prozent liegt. Im Gegensatz dazu präsentierte sich das Segment der Großabschlüsse über 100 Millionen Euro mit einem Volumen von knapp 590 Millionen Euro weniger lebhaft als im Vorjahreszeitraum.
Hohe Nachfrage nach modernen Objekten und ESG-Konformität
Das Investitionsvolumen verteilt sich relativ gleichmäßig auf die verschiedenen Sub-Assetklassen. Bestandsportfolios halten mit 30 Prozent den größten Anteil, sind jedoch weniger dominant als im langjährigen Mittel. Besonders auffällig ist das Interesse an Forward Deals, die mit 26 Prozent stabil bleiben. Dies unterstreicht den Wunsch der Investoren, sich frühzeitig ESG-konforme Neubauobjekte zu sichern. Moderne Bestandsobjekte erzielten mit 430 Millionen Euro sogar das höchste jemals in einem ersten Quartal registrierte Volumen in dieser Kategorie.
Investmentmanager und öffentliche Hand als aktivste Käufer
Die Käuferstruktur zeigte im ersten Quartal eine deutliche Konzentration. Investment- und Asset-Manager zeichneten für 35 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Mit rund 680 Millionen Euro war diese Gruppe so aktiv wie zuletzt auf dem Markthöhepunkt der Jahre 2021/2022. Die öffentliche Hand folgte mit etwa 380 Millionen Euro (20 Prozent Marktanteil) auf dem zweiten Platz, getrieben durch das Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch private Anleger und Family Offices zeigten sich mit 270 Millionen Euro überdurchschnittlich investitionsfreudig.
Bei den Standorten steuerten die A-Städte knapp 930 Millionen Euro zum Gesamtergebnis bei. Überraschend war dabei die Rangliste der Top-Standorte: Berlin verlor seine angestammte Rolle als einsamer Spitzenreiter. Stattdessen verzeichneten Düsseldorf mit 330 Millionen Euro und Hamburg mit 290 Millionen Euro die höchsten Volumina. Maßgeblich hierfür waren unter anderem Großtransaktionen wie die Deiker Höfe in Düsseldorf und Grundstücksankäufe durch die SAGA in Hamburg.
Die Perspektiven für das restliche Jahr 2026 bleiben optimistisch. Zwar prägten zuletzt Core- und Core-Plus-Investments das Bild, doch es deutet sich eine Rückkehr von Value-Add-Deals und größeren Portfolioverkäufen an. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Finanzierungskosten bleibt die Assetklasse Wohnen aufgrund der Mietpreisdynamik und des hohen Nachfrageüberhangs ein sicherer Hafen für Kapitalanleger. Christoph Meszelinsky prognostiziert, dass sich das Transaktionsvolumen bis zum Jahresende wieder in Richtung des zweistelligen Milliardenbereichs bewegen wird.
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