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ÖGNI Symposium 2026

Beim ÖGNI-Symposium forderten rund 600 Fachleute im Ronacher messbare Schritte statt reiner Absichten.

Rund 600 Entscheidungsträger aus Architektur, Ingenieurwesen und Immobilienwirtschaft versammelten sich am 22. Oktober 2026 im Wiener Ronacher. Unter dem Leitmotiv „Sustainability: Turning Intentions into Impact!“ markierte das zweite Symposium der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) die Dringlichkeit operationalisierbarer Lösungen. ÖGNI-Präsident Andreas Köttl und Geschäftsführer Peter Engert verdeutlichten zum Auftakt der von Manuela Raidl moderierten Veranstaltung, dass reine Absichtserklärungen für die anstehende Transformation des Sektors nicht mehr genügen.

Ganzheitlicher Ansatz für den Immobilienlebenszyklus

ÖGNI-Geschäftsführer Peter Engert plädierte für eine integrative Betrachtung über alle Phasen des Gebäudelebenszyklus hinweg. „Nachhaltigkeit entscheidet sich nicht mit einem Thema. Sie zeigt sich dann, wenn Gebäude langfristig funktionieren: ökologisch, wirtschaftlich und sozial“, betonte Engert. Für Planer und Bauherren bedeutet dies, Aspekte wie Klimaresilienz, Sanierung, Digitalisierung, Finanzierung und Betrieb synchron zu steuern. Das in der Branche vorhandene Fachwissen müsse nun mit deutlich höherer Geschwindigkeit in belastbare Entscheidungen und Bauqualität überführt werden.

Positive Narrative statt lähmender Krisenszenarien

Einen bewusst zuversichtlichen Impuls setzte die Klimajournalistin Louisa Schneider, die von ihren Recherchen an fünf globalen Klimakipppunkten berichtete. Am Beispiel indigener Gemeinschaften im Amazonasgebiet unterstrich sie den Stellenwert kreislauforientierter Siedlungs- und Lebensmodelle. „Uns fehlen die Utopien“, pointierte Schneider im Diskurs und verlangte nachvollziehbare, lebenswerte Zielbilder, um Fachkräfte und Gesellschaft für Veränderungen zu mobilisieren. Technologie dürfe hierbei kein isolierter Selbstzweck sein, sondern müsse gezielt zur Stabilisierung natürlicher Lebensgrundlagen beitragen.

Schnittstellen abbauen und Datenflüsse sichern

Aus den im Vorfeld formierten Dach-Arbeitsgruppen gingen konkrete Handlungsempfehlungen für den Berufsalltag von Planern und Ausführenden hervor. Im Themenfeld KI und Robotik traten die Experten der These eines reinen Jobabbaus entgegen und forderten steuerliche Entlastungen für menschliche Arbeit sowie staatliche Förderungen für Mensch-Maschine-Kollaborationen. Hinsichtlich der Digitalisierung mahnten die Fachleute durchgängige Datenflüsse an, um traditionelle Silos und das verbreitete Mehrwertdilemma – frühe Investitionskosten bei verzögertem Nutzen – wirksam aufzulösen. Kontinuierliche Weiterbildung fungiert dabei als elementare Grundlage für eine innovationsfähige Unternehmenskultur.

Verantwortung vom Pariser Abkommen bis zur Baustelle

Als programmübergreifender Höhepunkt erwies sich das Kamingespräch mit dem ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Der Mitgestalter des Pariser Klimaabkommens erinnerte daran, dass die Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele nicht allein Institutionen überlassen werden darf, sondern von allen Akteuren mitgetragen werden muss. „Dass Sie mich heute eingeladen haben, zeigt mir, dass Sie diese Anliegen teilen. Ich hoffe, dass dieser Abend eine Gelegenheit bietet, ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir alle zu Frieden, Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung beitragen können“, erklärte Ban Ki-moon. Die globalen Nachhaltigkeitsziele müssten in den konkreten Lebenswelten der Menschen ankommen.

Praxistransfer durch Start-ups und Branchennetzwerke

Den Bogen zur unmittelbaren Praxis schlug die begleitende Ausstellung der ÖGNI Start-up Challenge powered by Orbyz mit zwölf Technologieunternehmen. Das dort präsentierte Spektrum reichte von automatisierter Drohnenerfassung für Bestandsbauten über CO₂-speichernde Werkstoffe bis hin zu Konzepten für urbane Flächenentsiegelungen. Kulturell begleitet durch Ausschnitte des Musicals „Maria Theresia“ der Vereinigten Bühnen Wien, bot der Branchentreff intensiven Raum für vertiefenden Austausch. Für die Fachwelt signalisiert die Veranstaltung, dass der wirtschaftliche und ökologische Projekterfolg künftig primär an der Umsetzungsgeschwindigkeit konkreter Nachhaltigkeitsstandards gemessen wird.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 23. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 23. Oktober 2026


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AutorRedaktion
Tags
Immobilienwirtschaft
ÖGNI
Symposium
Ban Ki-moon
Nachhaltigkeit
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