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Schweizer stimmen gegen Eigenmietwert

Immobiliensteuer-Reform bringt tiefgreifende Veränderungen

Die Schweizer Bevölkerung hat sich mit deutlicher Mehrheit für eine umfassende Reform der Immobilienbesteuerung ausgesprochen. In einer Volksabstimmung votierten 57,7 Prozent der Stimmberechtigten für die Abschaffung des sogenannten Eigenmietwerts – einer bisher international einzigartigen Besteuerungspraxis, bei der selbstnutzende Eigentümer den fiktiven Mietertrag ihres Hauses oder ihrer Wohnung versteuern mussten.

Diese Systematik hatte über Jahrzehnte das Ziel, Gleichheit zwischen Eigentümern und Mietern herzustellen, indem ein angenommener Mietertrag steuerlich als Einkommen behandelt wurde. Im Gegenzug durften Eigentümer Zinszahlungen für Hypothekarkredite und Ausgaben für Unterhalt steuerlich geltend machen. Mit der Reform fällt diese Praxis nun weg – ein bedeutender Paradigmenwechsel für rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung, die im Eigentum lebt.

Der politische und wirtschaftliche Hintergrund der Abstimmung zeigt eine klare Verschiebung im Umgang mit Wohneigentum: Eigentümer empfinden die bisherige Regelung zunehmend als unzeitgemäß und als Hürde für Vermögensbildung und private Altersvorsorge. Für viele wurde der Eigenmietwert als „Strafsteuer auf Eigentum“ empfunden.

Gleichzeitig erhalten die Kantone künftig die Möglichkeit, eine neue Steuer auf Zweitwohnungen zu erheben – ein Schritt, der insbesondere Tourismusregionen wie das Wallis, Graubünden oder das Berner Oberland betrifft, wo der Anteil an Ferienimmobilien traditionell hoch ist. Damit soll einerseits der Ausfall der bisherigen Einnahmen kompensiert werden, andererseits aber auch die Spekulation mit Zweitwohnsitzen eingedämmt werden.

Kritiker – vor allem unter den Mietern – befürchten jedoch, dass die weggefallenen Steuereinnahmen aus dem Eigenmietwert künftig durch höhere Belastungen für andere Gruppen – etwa durch Mietabgaben oder allgemeine Steuererhöhungen – ausgeglichen werden müssen. Diese Sorge dürfte den politischen Diskurs in der Schweiz noch länger begleiten.

Für den Immobilienmarkt könnte die Reform hingegen positive Impulse setzen: Durch die steuerliche Entlastung des Eigentums könnte die Nachfrage nach selbstgenutzten Immobilien anziehen – insbesondere im mittleren Preissegment. Auch Banken könnten durch die weggefallene steuerliche Begünstigung von Schuldzinsen künftig neue Finanzierungsmodelle forcieren.

In jedem Fall markiert die Abschaffung des Eigenmietwerts einen historischen Wendepunkt in der Schweizer Immobilienpolitik – mit weitreichenden Folgen für Eigentümer, Investoren, Mieter und öffentliche Haushalte.
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 29. September 2025 - zuletzt bearbeitet am 29. Januar 2026


GR
AutorGerhard Rodler
Tags
Wohnung
Eigentum
Steuer
Ferienimmobilien
Spekulation

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