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SmartCity Baumgarten - ein Pionierprojekt

Das Wiener Vorzeigeprojekt verbindet Strom und Wärme und senkt Energiekosten um über 70 Prozent.

Unter bundesweit rund 6.900 Energiegemeinschaften sticht die Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) SmartCity Baumgarten hervor. Das Projekt im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing wurde als eine von fünf Best-Practice-Energiegemeinschaften des Jahres 2026 ausgezeichnet. Erstmals gelang hier die gemeinsame, sektorenübergreifende Umsetzung von Strom- und Wärmelösungen in einem gewachsenen innerstädtischen Quartier.

Sektorübergreifendes Pionierprojekt im dichten Bestand

Während Energiegemeinschaften im ländlichen Raum bereits etabliert sind, galten urbane Bestandsquartiere aufgrund heterogener Eigentümerstrukturen und dichter Bebauung lange Zeit als Hürde. In Penzing speisen private Haushalte lokalen Sonnenstrom ein oder beziehen Energie aus dezentralen Anlagen über das Umspannwerk Penzing. Da dieser gebietsinterne Stromaustausch das übergeordnete Verteilnetz entlastet, profitieren die Teilnehmer von um 28 Prozent reduzierten Netzentgelten. Das Modell stärkt die Resilienz gegenüber volatilen fossilen Energiemärkten und schafft planbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Liegenschaften.

Anergienetz als Hebel für den Gas-Ausstieg

Die bauliche Struktur im Quartier wies die für Wiener Außenbezirke typische Mischung verschiedener Baualtersklassen auf und war bis 2024 von dezentralen Gas-Etagenheizungen dominiert. Die Schließung einer Baulücke durch einen Neubau fungierte als strategischer Hebel, um mehrere Liegenschaften sowie ein Gründerzeit-Zinshaus infrastrukturell zu vernetzen. Ein innovatives Niedertemperatur-Mikronetz verbindet die Objekte nun liegenschaftsübergreifend zu einem hocheffizienten Anergienetz. Dieses System gewährleistet eine vollständig erneuerbare Vollversorgung mit Wärme, Kälte und Strom abseits der Fernwärmenetze.

Erdsondenfeld und Photovoltaik im Verbund

Technologische Grundlage bildet das Prinzip, Bedarfe primär zu minimieren und Synergien lokal zu nutzen. Umfassende Sanierungsmaßnahmen reduzierten den Heizenergiebedarf im Bestand um mehr als 90 Prozent. Als thermische Quelle fungiert ein zentrales Sondenfeld mit 24 Erdsonden à 150 Meter Tiefe, welches Sole-Wärmepumpen in vier Gebäuden speist. Neben der Wärme- und Warmwasserbereitung dient das Erdreich als saisonaler Speicher für Free Cooling im Sommer, während dach- und fassadenintegrierte Photovoltaikanlagen den Betriebsstrom sichern und Überschüsse ins Grätzl einspeisen.

Messbare Kostensenkung und globale Strahlkraft

Die wirtschaftliche Bilanz bestätigt die ingenieurtechnische Konzeption: Während der Gaspreis am Referenzmarkt TTF seit Sanierungsstart im März 2025 um 206 Prozent anzog, sanken die Energiekosten für die Bewohner im Schnitt um über 70 Prozent. Bei einem bilanziellen Autarkiegrad von rund 40 Prozent verzeichnet das BMIMI-Forschungsprojekt auch hohe regulatorische Anerkennung. Neben dem Österreichischen Solarpreis 2025 und dem ÖGUT-Umweltpreis 2025 erreichte das Gebäude LI280 klimaaktiv-Gold sowie weltweit erstmals den EnerPHit-Plus-Standard für Mehrfamilienhäuser. Auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz COP31 in Antalya dient das Penzinger Quartier internationalen Fachdelegationen nun als Anschauungsbeispiel für eine funktionierende urbane Wärmewende.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 06. November 2026 - zuletzt bearbeitet am 06. November 2026


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AutorRedaktion
Tags
Energiegemeinschaften
Erneuerbare
SmartCity Baumgarten
Penzing
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