Stuttgart: Logistikmarkt legt kräftig zu
Flächenumsatz steigt, Mieten ziehen an
Der Stuttgarter Industrie- und Logistikvermietungsmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 eine markante Trendwende vollzogen. Mit einem Flächenumsatz von 115.100 m² wurde das Vorjahresniveau um 154 Prozent übertroffen. Der Anstieg folgt auf drei schwache Vorjahre und signalisiert eine deutliche Belebung in der industriell geprägten Region.
Auffällig ist dabei ein für Stuttgart untypischer Trend: Vermehrt wurden Abschlüsse im Bereich der Freizeitnutzungen registriert. Dies deutet auf eine wachsende Akzeptanz von Sondernutzern auf Vermieterseite hin. Den größten Anteil am Flächenumsatz hielt mit 60 Prozent weiterhin das Segment Produktion und Fertigung, gefolgt von weiteren Nutzern mit 19 Prozent und Logistikdienstleistern mit 14 Prozent.
Die drei größten Abschlüsse des Halbjahres gingen auf das Konto von Mercedes-AMG, das im Teilmarkt Ludwigsburg gleich zwei Flächen mit 19.500 m² und 9.700 m² anmietete, sowie auf Syntegon Technology im Rems-Murr-Kreis mit 11.100 m². Ludwigsburg war mit einem Flächenumsatz von 50.800 m² und einem Anteil von 44 Prozent der mit Abstand stärkste Teilmarkt, gefolgt von Esslingen mit 22.700 m² und dem Rems-Murr-Kreis mit 21.100 m². Vor dem Hintergrund marktweiter Konsolidierungen verschiebt sich die Nachfrage zunehmend hin zu kleineren Flächen.
Parallel erhöht sich das verfügbare Flächenangebot im Segment unter 5.000 m² durch Insolvenzen kleinerer Marktteilnehmer. Rund 27 Prozent des Flächenumsatzes entfielen auf Einheiten zwischen 1.001 und 3.000 m², weitere 13 Prozent auf Flächen zwischen 3.001 und 5.000 m². Die Spitzenmiete kletterte im ersten Halbjahr 2026 auf 8,90 Euro je Quadratmeter, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Noch deutlicher fiel der Anstieg bei der Durchschnittsmiete aus, die um zehn Prozent auf 7,90 Euro je Quadratmeter zulegte. Durch das steigende Angebot ist allerdings mit einem Ausbremsen der Mietdynamik im Verlauf der kommenden Jahre zu rechnen. Im Neubausegment, das ausschließlich durch Brownfield-Entwicklungen bedient wird, bleiben attraktive Angebotsmieten weiterhin durchsetzbar.
Auf dem Investmentmarkt fiel das Halbjahresergebnis mit einem Transaktionsvolumen von 70 Millionen Euro unterdurchschnittlich aus, ein Rückgang von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ursache ist der anhaltende Produktmangel. Der Grundstücksmarkt war ebenfalls von einem begrenzten Angebot geprägt, wobei nur vereinzelt Brownfield-Potenziale erschlossen werden konnten.
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