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Zu spät ist teuer

Peter Engert | Go Green

Zu Recht fordern wir von Politik und Staat Investitionssicherheit. Gesetze und Verordnungen müssen langfristig verlässlich sein, um eine gute Grundlage für Investitionen zu bilden. Aber wie verlässlich sind eigentlich unsere eigenen Entscheidungen?
Wenn wir sanieren oder neu bauen, stricken wir keinen Pullover, der in der nächsten Saison aus der Zeit gefallen ist. Wir schaffen Werte für Jahrzehnte – zumindest bis zur nächsten notwendigen Sanierung. Die Baustelle ist selten der Ort, an dem ein Projekt einen falschen Weg nimmt. Sie ist der Ort, an dem Planungsfehler sichtbar werden.

Nachhaltigkeit ist eine neue alte Qualität bei Bauprojekten. Sie beeinflusst die Risikobewertung der finanzierenden Banken und bestimmt die Langlebigkeit von Projekten. Sie wirkt massiv auf zukünftige Betriebskosten, Komfort und Marktfähigkeit und dämpft die Auswirkungen des Klimawandels. Wird sie nicht am Anfang der Planung mitgedacht, kann sie sehr teuer werden. Wer an Nachhaltigkeit erst denkt, wenn die Planung schon steht, bekommt meist nur teure Kosmetik.

Wir schreiben hier nicht über moralische Überlegenheit, sondern über Risiko und Kosten. Die frühzeitige Einbindung aller Gewerke, inklusive Facility Management, in die Planung ist kein Sternchen für den ESG-Bericht. Sie senkt Investitions- und Lebenszykluskosten und verhindert Fehler. Eine Planung, die viele Wechselwirkungen berücksichtigt, ist wertvoll: die Einbindung lokaler Akteur:innen, das Nachdenken über Vorfertigung zur Verkürzung der Bauzeit, die Verwendung nachhaltiger Baustoffe zur Risikominimierung bei Lieferketten und die Erhaltung der Reparaturfähigkeit sind nur einige Themen, die Bau- und Betriebskosten positiv beeinflussen können. Das kostet Zeit. Vergessen wir es oder versuchen wir, es nachträglich zu korrigieren, kostet das viel Geld.

Eine Baustelle muss der Ort sein, an dem gute Entscheidungen umgesetzt werden – und nicht der Ort, an dem schlechte Entscheidungen teuer korrigiert werden. Wenn Menschen heute behaupten, Nachhaltigkeit spiele keine Rolle mehr, haben sie ihre Projekte nicht zu Ende gedacht. Wenn z.B. die ersten Diskussionen über Mietminderungen beginnen, weil Büros oder Wohnungen wegen Hitze nicht mehr benutzbar sind, wird nachhaltige Planung und Ausführung plötzlich in neuem Licht gesehen werden. Für manche Projekte wird es dann zu spät sein.

Die Auditorinnen und Auditoren der ÖGNI sind in ganz Österreich und darüber hinaus verfügbar, bestens ausgebildet und erfahren. Ihre Expertise orientiert sich nicht an Regierungspolitik, sondern an der Umsetzung von Lösungen: Risikominimierung, Wertigkeit, Lebenszykluskosten, Ökologie und soziale Nachhaltigkeit. Wenn sie bei Projekten sehr früh eingebunden werden, können sie ihre beste Leistung für ihre Kund:innen entfalten.

Peter Engert, Geschäftsführer der ÖGNI

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 08. September 2026 - zuletzt bearbeitet am 08. September 2026


PE
AutorPeter Engert
Tags
Nachhaltigkeit
baustelle
Projekte
Sanierung
Markt
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