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ImmoflashAusgabe 14. Oktober 2026
 Käufe ziehen an, Neubau bricht weiter e
Verkäufe im Jahr 2025 um rund 18 Prozent gestiegen

Käufe zogen stark an, Neubau brach weiter ein

Der österreichische Markt für Wohnimmobilien gewinnt wieder spürbar an Dynamik. Wie aus dem aktuellen Deloitte Property Index hervorgeht, kletterte die Zahl der Verkäufe im Jahr 2025 um rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das markiert den kräftigsten Zuwachs seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Erholung stützt sich allerdings fast ausschließlich auf Bestandsimmobilien, während der Neubausektor nach wie vor stagniert.

Als Haupttreiber für das Comeback der Nachfrage gelten verbesserte Finanzierungsbedingungen, das Auslaufen der KIM-Verordnung sowie Immobilienpreise, die zuletzt unterhalb der Inflationsrate zulegten. Gebrauchte Wohnungen seien dadurch wieder deutlich attraktiver geworden, analysiert Gabriele Etzl, Partnerin und Immobilienexpertin bei Deloitte Legal. Im Segment der Neubauten lägen die Transaktionszahlen hingegen weiterhin spürbar unter dem langjährigen Schnitt.

Während das Interesse der Käufer anzieht, spitzt sich die Lage auf der Angebotsseite weiter zu. Die Zahl der Baubewilligungen für neue Wohngebäude sank 2025 um weitere 7,1 Prozent und markiert damit den niedrigsten Stand seit 2010. Etzl warnt vor den Folgen dieser Schere: Mehr Käufe seien keineswegs gleichbedeutend mit einer Entspannung am Wohnungsmarkt. Wenn einer anziehenden Nachfrage kaum neues Angebot aus dem Neubau gegenüberstehe, treibe das unweigerlich die Preise nach oben. Aufgrund der langen Vorlaufzeiten dürften die niedrigen Genehmigungszahlen bis mindestens 2027 auf den Fertigstellungen lasten.

Im europäischen Vergleich zählt Wohneigentum in Österreich weiterhin zu den teuersten Pflastern. Bei Neubauwohnungen belegt das Land mit durchschnittlich 5.199 Euro pro Quadratmeter Rang vier hinter Luxemburg (9.160 Euro), Tschechien (5.412 Euro) und Deutschland (5.200 Euro). Zwar fiel der heimische Preisanstieg mit 2,9 Prozent im Jahresvergleich moderat aus, doch auch hier sieht Etzl das Risiko eines erneuten Preisschubs, sollte das Angebot nicht rasch ausgeweitet werden.

Innerhalb Österreichs zeigen sich deutliche regionale Differenzen. Bei Neubauwohnungen führt Wien das Preisranking mit durchschnittlich 6.711 Euro pro Quadratmeter an, während Linz bei 4.655 Euro und Graz bei 3.935 Euro liegen. Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei den Bestandsmieten: Hier erweist sich die Bundeshauptstadt mit durchschnittlich 11,10 Euro pro Quadratmeter als vergleichsweise moderat und bleibt hinter Graz mit 11,60 Euro sowie Linz mit 12,30 Euro zurück. Um diesen Standortvorteil langfristig abzusichern, drängt Etzl auf verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Neu- und Bestandsbauten sowie auf eine Reform des Mietrechts. Vermieterinnen und Vermietern müsse es ermöglicht werden, Renovierungen sowie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auch bei regulierten Altbauten wirtschaftlich tragfähig umzusetzen.

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