Immomedien
ImmoflashAusgabe 26. Mai 2026
Bestlagen sind gefragt
Internationale Marken bringen neue Dynamik

Run auf Wiens Retail-Bestlagen

Wien festigt seine Position als eine der attraktivsten Einkaufsdestinationen Europas. Das zeigt der aktuelle Retail-Marktbericht von CBRE. Getrieben wird die Entwicklung von einer starken lokalen Nachfrage, einem anhaltenden Bevölkerungswachstum und einem Rekordtourismus mit mehr als 20 Millionen Nächtigungen im Jahr 2025. Gleichzeitig bleibt das Angebot an hochwertigen Verkaufsflächen in den Toplagen knapp – mit entsprechend steigenden Spitzenmieten von derzeit rund 380 Euro pro Quadratmeter und Monat.Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik bei internationalen Marken, die Wien weiterhin als strategischen Expansionsstandort sehen. Im Luxussegment haben zuletzt Loewe, Celine und Zimmermann neue Stores in der Wiener Innenstadt eröffnet. Weitere internationale Konzepte stehen bereits in den Startlöchern: So wird ON Running im Sommer 2026 seinen ersten Flagship-Store in Wien Neubau eröffnen. Auch der Outdoor-Spezialist Arc’teryx setzt auf den Standort Wien. CBRE begleitete mehrere dieser Markteintritte und sieht darin ein klares Signal für die hohe Attraktivität des Marktes. „Wir sehen in Wien eine sehr gesunde Marktdynamik. Neue Marken drängen in den Markt, gleichzeitig nutzen bestehende Retailer die aktuelle Phase aktiv für strategische Anpassungen ihrer Standorte“, sagt Christoph Ecker, Director Retail bei CBRE Österreich.Neben Luxuslabels drängen auch neue internationale Handelskonzepte auf den Markt. Mit Arket auf der Mariahilfer Straße sowie der dänischen Kette Normal AS konnten weitere prominente Namen gewonnen werden. Gleichzeitig optimieren bestehende Händler ihre Standorte, vergrößern Verkaufsflächen oder positionieren sich innerhalb der Toplagen neu. Vor allem die Innenstadtlagen rund um Kohlmarkt, Graben und Kärntner Straße – das sogenannte „Goldene U“ – zählen laut CBRE weiterhin zu den gefragtesten Retail-Adressen Europas. Doch auch die Mariahilfer Straße gewinnt weiter an Bedeutung und bleibt die volumenstärkste Einkaufsstraße Österreichs. Punktuelle Leerstände ändern laut Marktbeobachtern nichts an der grundsätzlichen Attraktivität des Standorts.Am Investmentmarkt nimmt die Aktivität ebenfalls wieder zu. Das Retail-Investmentvolumen lag 2025 bei rund 485 Millionen Euro und machte damit etwa zwölf Prozent des gesamten Immobilieninvestmentmarktes aus. Zu den bedeutenden Transaktionen zählten unter anderem das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck sowie der Gewerbepark Stadlau. Internationale Investoren dominieren weiterhin das Marktgeschehen, wobei der Fokus klar auf Core-Produkten und sogenannten Trophy-Assets liegt. Besonders gefragt bleiben Fachmarktzentren mit hoher Nahversorgungsfunktion. „Investoren konzentrieren sich zunehmend auf qualitativ hochwertige Objekte mit stabilen Cashflows. Sekundäre Lagen und schwächer positionierte Objekte stehen hingegen stärker unter Druck“, sagt Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE.
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