Immomedien
ImmoflashAusgabe 15. Juni 2026
Hotels punkten bei Investoren als Krisenanker
Trendumfrage sieht wachsende Bedeutung in den Portfolios

Hotels punkten bei Investoren als Krisenanker

Hotelimmobilien behaupten sich im aktuellen makroökonomischen Umfeld als resiliente Anlageklasse. Trotz restriktiver Kreditvergabe und anhaltender wirtschaftlicher Volatilität messen knapp 70 Prozent der Marktteilnehmer Hotelinvestments eine hohe oder sehr hohe Bedeutung bei. Das ist das Kernergebnis einer aktuellen Trendumfrage des Beratungsunternehmens mrp hotels, für die 42 Branchenexperten – darunter institutionelle Investoren, Asset- und Investment-Manager sowie Immobilienberater – im Frühjahr 2026 befragt wurden. Der Ausblick der Akteure ist überwiegend konstruktiv: Rund 45 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass der Anteil von Hotelimmobilien in den Portfolios in den kommenden drei Jahren weiter steigen wird. Im Attraktivitätsranking positionieren sich Hotels gemeinsam mit Logistikobjekten direkt hinter dem Spitzenreiter Wohnen, während Büro- und Einzelhandelsflächen sichtlich abgewertet werden.„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Hotelimmobilien trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten als resilienter und zukunftsfähiger Bestandteil institutioneller Portfolios wahrgenommen werden. Betreiberqualität, Standortprofil und flexible Nutzungskonzepte rücken dabei stärker in den Fokus“, erklärt Martin Schaffer, Geschäftsführer bei mrp hotels. Bei den geografischen Zielmärkten zeichnet sich eine klare Verschiebung ab: Die höchste Investitionsdynamik für die kommenden zwei Jahre wird mit 55 Prozent in Spanien erwartet, gefolgt vom deutschen Heimatmarkt (40 Prozent) und Italien (33 Prozent). Innerhalb der Standorte dominieren urbane A-Lagen in den Metropolen (83 Prozent), allerdings gewinnen auch klassische Ferienresorts (43 Prozent) im Zuge des stabilen Freizeittourismus an Relevanz.Das operative Umfeld bleibt gleichwohl von spürbaren makroökonomischen Bremsfaktoren geprägt. Für mehr als 83 Prozent der Befragten bildet das aktuelle Zins- und Finanzierungsumfeld die größte Hürde bei Transaktionen. Dahinter folgen die anhaltend hohen Baukosten (57 Prozent) sowie das inhärente Betreiberrisiko (45 Prozent). Als fundamentale Entscheidungskriterien für oder gegen ein Investment nennen die Teilnehmer primär die globale touristische Nachfrageentwicklung (60 Prozent) sowie eine nachweisbar stabile Betreiberperformance (55 Prozent).Vor diesem Hintergrund verschieben sich die Präferenzen hin zu risikoärmeren oder hochgradig effizienten Konzepten. Das größte Wachstumspotenzial prognostizieren die Experten für die Segmente Budget-Hotels sowie Serviced Apartments (jeweils 52 Prozent). Beide Formate bedienen das gestiegene Preisbewusstsein der Konsumenten sowie den Trend zu flexiblen, längeren Aufenthaltsdauern. Laut Schaffer entwickelt sich der europäische Markt somit konsequent zum spezialisierten Konzeptmarkt: „Der Markt entwickelt sich weg vom klassischen Standardprodukt hin zu spezialisierten Konzepten mit hoher Betreiberkompetenz und klarer Zielgruppenansprache. Genau darin liegen künftig die größten Chancen für Investoren.“
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