ÖBB startet "Schillerhof"-Projekt
BWSG senkt Heizkosten mit KI
1. Oktober 2026 | Autor: Sarah GraumannDie gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft BWSG rollt eine KI-basierte Heizungsoptimierung des Technologieunternehmens Wohnio schrittweise auf ihren gesamten Liegenschaftsbestand mit Zentralheizungen aus. Bei einem Lokalaugenschein in einer Wohnhausanlage in der Wiener Kundratstraße überzeugte sich Staatssekretärin Elisabeth Zehetner vor Ort von den Resultaten der Technologie, die ohne bauliche Eingriffe oder Anlagentausch auskommt. In der betreffenden Liegenschaft mit 307 Wohnungen und rund 29.800 Quadratmetern Wohnfläche sank der Heizverbrauch durch die digitale Nachrüstung um 21,2 Prozent.
Das jährliche Einsparpotenzial beziffern die Partner mit rund 56.600 Euro, wovon rund 39.900 Euro auf den reduzierten Energieverbrauch und rund 16.700 Euro auf die verringerte Fernwärme-Anschlussleistung entfallen. Die Amortisationszeit liegt bei weniger als einem Jahr. „Was hier im Heizungskeller passiert, zeigt sehr konkret, was Digitalisierung leisten kann. Wenn wir mit intelligenter Steuerung Energie sparen und gleichzeitig die laufenden Kosten für die Menschen senken können, dann ist das genau die Art von Innovation, die wir brauchen. Und wenn etablierte Unternehmen wie die BWSG dabei mit Start-ups zusammenarbeiten, profitieren gleich mehrere Seiten: die Bewohnerinnen und Bewohner, innovative Unternehmen und am Ende auch der Wirtschaftsstandort Österreich. Entscheidend ist, dass gute Lösungen nicht in der Schublade bleiben, sondern in die breite Anwendung kommen“, hält Staatssekretärin Elisabeth Zehetner fest.
Bisher wurden bereits sechs Liegenschaften der BWSG mit der Technologie ausgestattet, weitere sollen kontinuierlich folgen. Der Heizverbrauch sinkt laut den Projektergebnissen im Schnitt um 15 bis 30 Prozent bei einer Amortisationszeit von unter drei Jahren. Bei ausgewählten Objekten lässt sich zudem die Fernwärme-Anschlussleistung um rund 25 Prozent senken. Wohnio bildet die Anlagen digital ab, liest Betriebsdaten in Echtzeit aus und optimiert die Steuerung wetter- sowie nutzungsabhängig. BWSG-Vorständin Kerstin Robausch-Löffelmann betont den praktischen Nutzen der Lösung: Die Technologie funktioniere nachweislich in den Liegenschaften, senke Energieverbrauch sowie laufende Betriebskosten und schaffe durch die datenbasierte Steuerung frühzeitige Fehlererkennung und Transparenz für die Hausverwaltung.
Leistbares Wohnen ende nicht bei der Miete, weshalb eine Optimierung bestehender Zentralheizungen echten Mehrwert für Mieter und Gebäudebestand stifte. Wohnio-Gründer und Geschäftsführer Kevin Bauer-Hentschke verweist auf den pragmatischen Ansatz: Statt kostenintensiver Sanierungen hole man durch intelligente Steuerung mehr Effizienz aus der vorhandenen Infrastruktur. In der Heizperiode 2025/26 wurden mit dem System bereits 4.000 Wohnungen optimiert, über 600.000 Euro Heizkosten eingespart und 780 Tonnen CO₂ vermieden.





