AGPB Awards 2026
Fünf Projekte in Europa und Korea wurden mit dem AGPB-Award für Energie- und Ressourceneffizienz prämiert.
Der Austrian Green Planet Building Award hat 2026 zum siebten Mal internationale Bauprojekte ausgezeichnet, an denen österreichische Unternehmen beteiligt sind. Prämiert werden Gebäude, die Kriterien zu Energieeffizienz, Ressourcenschonung, erneuerbaren Energien und Kreislaufwirtschaft umsetzen. Die Verleihung fand am 28.4.2026 im Rahmen der Fachkonferenz Build’n Green in der WKÖ statt.
An der Konferenz nahmen laut Veranstaltern über 900 Expertinnen und Experten aus mehr als 80 Ländern teil. Der Award orientiert sich an Zielsetzungen und Kriterien der österreichischen klimaaktiv-Gebäudezertifizierung und überträgt sie auf internationale Projekte. Mit dem Austrian Green Planet Building Award 2026 wurden drei Gebäude ausgezeichnet.
Im südkoreanischen Daegu haben die Architekten Mladen Jadrić & Yoon GeunJu ein vormaliges Substandard-Wohngebäude in ein hochmodernes Kulturzentrum transformiert. Das Projekt „Anchor Facility“ dient nicht nur als sozialer Ankerpunkt für den Distrikt Suseong-gu, sondern setzt auch neue Maßstäbe in der energetischen Bestandssanierung.
Das Herzstück der Sanierung ist die innovative hinterlüftete Doppelfassade. Eine neue Außendämmung wurde mit einer zusätzlichen Haut aus Aluminium-Streckmetall kombiniert. Diese Konstruktion fungiert als effektiver Sonnenschutz, der solare Gewinne reduziert, während die ventilierte Luftschicht die Wärmeabfuhr im Sommer optimiert. Durch die gezielte Öffnung des Treppenhauses wird zudem der thermische Auftrieb genutzt, um die natürliche Luftzirkulation im gesamten, 399 m² großen Gebäude zu verbessern. Zusätzlich sorgen Wärmepumpen in Kombination mit einer Niedertemperatur-Fußbodenheizung für effiziente Wärme.
Maison de l’innovation
In Nantes hat die französische Post ein neues IT-Kompetenzzentrum bezogen, das zeigt, wie moderne digitale Transformation und ökologische Baukunst Hand in Hand gehen kann. Das von Baumschlager Eberle Architekten entworfene Gebäude besticht durch eine radikale Reduktion der Gebäudetechnik (Low-Tech-Konzept).
Das Projekt verzichtet vollständig auf konventionelle Klimaanlagen. Stattdessen setzt das Energiekonzept auf eine hocheffiziente Gebäudehülle, passive Kühlung, Nachtlüftung und Deckenventilatoren. Besonderes Highlight der Kreislaufwirtschaft: 75 % des Heizbedarfs werden durch die Abwärme der internen Serverräume gedeckt; Spitzenlasten übernimmt das lokale, zu 100 % aus Biomasse gespeiste Fernwärmenetz.
Gebaut wurde in Holz-Hybrid-Struktur mit einer Fassade aus 72% recyceltem Aluminium. Dabei wurden rund 1.000 Tonnen Material aus Abrissarbeiten sowie 10.000 m² wiederverwendbare Doppelböden eingesetzt. Auf dem Dach grünt eine Honigwiese mit integrierten Nistplätzen.
Mit seinen nutzungsneutralen Grundrissen und dem Bogenmotiv, das die Brücke zwischen historischer Architektur und minimalistischer Gegenwart schlägt, bietet das 15.300 m² große Gebäude eine zukunftsfähige Arbeitswelt.
Zwei weitere Auszeichnungen gingen an Projekte im Rahmen des Austrian Green Planet Building Technology Award 2026:
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