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Bestand als Treiber im Burgenland

Burgenland | 9 Länder – 9 Städte

Während sich die Gesamtzahl der Transaktionen im Burgenland 2025 nur leicht erhöhte, zeigt sich in einzelnen Segmenten und vor allem in der Landeshauptstadt Eisenstadt eine deutlich stärkere Dynamik.
Insgesamt wurden 2025 im Burgenland laut IMMO-
united 1.975 Transaktionen in den untersuchten Wohnobjektgruppen registriert. Im Jahr davor waren es 1.913. Damit liegt die Aktivität zwar weiterhin deutlich unter den Spitzenwerten der Jahre 2020 bis 2022, die Richtung zeigt aber wieder leicht nach oben.

Deutlich dynamischer präsentiert sich Eisenstadt. „Das Burgenland zeigt 2025 eine klar positive Dynamik: In der Landeshauptstadt Eisenstadt stieg die Gesamtzahl der Immobilientransaktionen um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, erklärt Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer von IMMOunited.

Gebrauchte Wohnungen als Zugpferd

„Besonders auffällig ist die Entwicklung bei gebrauchten Wohnungen: Hier legte Eisenstadt um fast die Hälfte zu, im gesamten Burgenland waren es knapp ein Fünftel mehr Transaktionen als 2024. Das ist ein starkes Signal: das Burgenland und seine Hauptstadt gewinnen als Wohnstandorte spürbar an Dynamik“, so Schmid. Im gesamten Burgenland wurden 2025 in diesem Segment 580 Transaktionen registriert, nach 486 im Jahr zuvor. Noch stärker fällt die Entwicklung in Eisenstadt aus: Dort wechselten 125 gebrauchte Wohnungen die Besitzerin bzw. den Besitzer. 2024 waren es lediglich 84 gewesen. Damit stieg die Transaktionszahl innerhalb eines Jahres um beinahe 49 Prozent. Gleichzeitig liegt der Markt damit wieder näher an den Werten der Jahre 2021 und 2022, als 143 beziehungsweise 156 gebrauchte Wohnungen gehandelt wurden.
Dass gerade Bestandswohnungen so stark nachgefragt werden, ist auch vor dem Hintergrund der Leistbarkeit interessant. Nach den deutlichen Veränderungen bei Finanzierungskosten und Immobilienpreisen in den vergangenen Jahren suchen Käufer:innen verstärkt nach Objekten, bei denen Kaufpreis, Lage und Wohnqualität in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Der Bestand kann hier gegenüber dem Neubau punkten.

Preise im Bestand ziehen an

Die höhere Nachfrage schlägt sich auch in der Preisentwicklung nieder. Der Medianpreis einer gebrauchten Wohnung im Burgenland erhöhte sich von 109.886 Euro im Jahr 2024 auf 120.000 Euro 2025. Das entspricht einem Anstieg von rund neun Prozent.

In Eisenstadt fällt die Entwicklung noch stärker aus. Hier erhöhte sich der Medianpreis gebrauchter Wohnungen von 133.672 auf 151.000 Euro und damit um rund 13 Prozent. Die steigenden Preise treffen somit auf deutlich wachsende Transaktionszahlen – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach Bestandswohnungen nicht nur vorhanden ist, sondern tatsächlich in Kaufabschlüssen mündet.

Dabei befindet sich das Preisniveau in Eisenstadt inzwischen wieder über jenem von 2021. Damals lag der Median einer gebrauchten Wohnung bei 147.341 Euro. Nach Rückgängen 2022 und 2023 setzte bereits 2024 eine Erholung ein, die sich 2025 deutlich fortgesetzt hat.

Neubau zeigt ein anderes Bild

Bei neuwertigen Wohnungen stellt sich die Situation anders dar. Während der Bestand von steigenden Transaktionszahlen getragen wird, ging die Zahl der Verkäufe neuwertiger Wohnungen zurück. Im gesamten Burgenland wurden 2025 59 Transaktionen registriert, gegenüber 145 im Jahr davor. In Eisenstadt sank die Zahl von 19 auf zehn.

Bei den Preisen ist die Bewegung hingegen wesentlich geringer. Im gesamten Bundesland lag der Medianpreis einer neuwertigen Wohnung 2025 bei 248.520 Euro und damit nur moderat unter den 262.500 Euro des Vorjahres. In Eisenstadt erhöhte er sich sogar leicht von 246.200 auf 250.353 Euro.

Damit öffnet sich eine Schere zwischen Neubau und Bestand. Während neuwertige Wohnungen auf einem deutlich höheren Preisniveau liegen und weniger häufig gehandelt werden, nimmt die Aktivität im günstigeren Bestand kräftig zu. „Das spricht für einen Markt, in dem sich die Preisvorstellungen zunehmend an der tatsächlichen Nachfrage orientieren und in dem leistbarer Bestand besonders gefragt ist“, ordnet Schmid die Entwicklung ein.

Vergleichsweise stabil zeigt sich der Markt für Häuser. Im gesamten Burgenland wurden 2025 insgesamt 989 Häuser verkauft, nach 969 im Jahr davor. Damit bleibt dieses Segment gemessen an der Zahl der Abschlüsse der größte Teilmarkt unter den ausgewerteten Objektgruppen.

Auch bei Baugrundstücken zeigen sich Unterschiede. Im gesamten Burgenland stieg die Zahl der Transaktionen von 313 auf 347, während Eisenstadt einen Rückgang von zehn auf sechs Verkäufe verzeichnete. Der Medianpreis eines Baugrundstücks erhöhte sich landesweit von 40.000 auf 45.180 Euro. In Eisenstadt sank er dagegen von 222.500 auf 185.000 Euro.

Nähe zu Wien
als Standortvorteil

Hinter der Entwicklung des burgenländischen Immobilienmarktes stehen nicht nur kurzfristige Marktbewegungen. Das Bundesland kann mit Standortfaktoren punkten, die angesichts hoher Wohnkosten in den Ballungsräumen zunehmend an Bedeutung gewinnen. „Das Burgenland profitiert von einem herrlichen Standortmix: die Nähe zu Wien, ein attraktiveres Preisniveau – ergänzt mit hoher Lebensqualität“, sagt Schmid.

Vor allem für Menschen, die beruflich an Wien gebunden sind, ihren Lebensmittelpunkt aber außerhalb der Bundeshauptstadt suchen, kann das Burgenland eine Alternative darstellen. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Erreichbarkeit und Preisniveau. Gerade in gut angebundenen Regionen wird die Entfernung zur Großstadt durch vergleichsweise günstigere Immobilienpreise und ein anderes Wohnumfeld aufgewogen.

Eisenstadt nimmt dabei eine besondere Position ein. Als Landeshauptstadt verbindet die Stadt urbane Infrastruktur und Arbeitsplätze mit überschaubaren Distanzen und der Nähe zu Wien. Die kräftig gestiegenen Transaktionszahlen bei gebrauchten Wohnungen können als Indiz dafür gelesen werden, dass diese Qualitäten von Käufer:innen zunehmend wahrgenommen werden.

„Genau diese Kombination gestaltet Österreichs östlichstes Bundesland für immer mehr Menschen zu einer echten Alternative zum Ballungsraum. Die steigenden Transaktionszahlen bei gebrauchten Wohnungen zeigen bereits, dass diese Entwicklung entsprechend im Immobilienmarkt ankommt“, so Schmid.

Veröffentlicht am 02. September 2026


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AutorStefan Posch
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