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Wien braucht dringend neue Betriebsflächen

WKW fordert mehr Tempo bei Genehmigungsprozessen

Die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Wien erfordert ein entschlossenes Bekenntnis zu produktiven Flächen sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Industrie, Gewerbe und Logistik. Die Studie „Zukunftsraum: Produktion“ der Wirtschaftskammer Wien analysiert die strukturellen Defizite und zeigt klaren Handlungsbedarf für Bauträger, Investoren und die Stadtpolitik auf.

In Wien sind derzeit rund 2.127 Hektar als Betriebsflächen gewidmet, was etwa fünf Prozent des gesamten Stadtgebiets ausmacht. Die realen Reserven sind jedoch marginal: Lediglich sechs Prozent dieser Betriebszonen sind aktuell unverbaut. Da adäquate Liegenschaften fehlen, geraten expandierende Gewerbebetriebe zunehmend unter Druck. Parallel zur Verknappung weisen rund zwei Drittel des Bestands einen markanten Erneuerungsbedarf auf. Die Bautätigkeit verlagert sich daher notgedrungen auf Brownfield- und Greyfield-Areale. Investitionen in die Sanierung und Adaptierung bestehender Liegenschaften scheitern jedoch vielfach an massiven Kostentreibern, rigiden Vorgaben und zersplitterten Instanzenwegen.

„Wien steht bei seinen produktiven Standorten vor einer entscheidenden Weichenstellung“, warnt Margarete Kriz-Zwittkovits, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. „Wenn wir Arbeit, Innovation und Versorgung auch in Zukunft in der Stadt halten wollen, müssen wir Betriebsflächen konsequent sichern und ihre Weiterentwicklung erleichtern. Denn produktive Nutzungen sind keine Restgröße der Stadtentwicklung, sondern ein wesentlicher Teil ihrer wirtschaftlichen Stärke.“

Kriz-Zwittkovits plädiert daher primär für drei zentrale Stoßrichtungen: Neben dem dauerhaften Schutz gewidmeter Zonen vor Umwidmung brauche es spürbare Erleichterungen für die Bestandserneuerung sowie signifikant beschleunigte Genehmigungsprozesse. Die Schaffung leistbarer Gewerbeflächen lasse sich künftig vor allem durch konsequente Nachverdichtung und die Revitalisierung ungenutzter Areale realisieren.

Um Planungs- und Investitionsrisiken zu minimieren, verlangt die Wirtschaftskammer Wien ein aktives Flächenmanagement und eine zentrale behördliche Anlaufstelle zur Koordination von Bau-, Betriebsanlagen- und Umweltverfahren. Dies sei der Schlüssel, um die rund 112.000 unselbstständig Beschäftigten im produktiven Sektor – das sind rund zwölf Prozent der unselbstständig Beschäftigten der Bundeshauptstadt – nachhaltig abzusichern.

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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 30. September 2026 - zuletzt bearbeitet am 07. Oktober 2026


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AutorStefan Posch
Tags
Margarete Kriz-Zwittkovits
Wirtschaftskammer Wien
Logistik
Gewerbe
WKW
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