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„KI ist keine magische Komplettlösung“
Interview mit Stefan Mantl
Stefan Mantl, Gründer von onOffice, spricht über die Chancen der Automatisierung, die Bedeutung einer guten Datenbasis und darüber, warum Technologie die persönliche Beratung nicht ersetzen kann.
Interview:
Immobilien Magazin: Sie haben onOffice aufgebaut und die Digitalisierung der Maklerbranche über viele Jahre begleitet. Welche technologische Entwicklung haben Sie damals völlig unterschätzt – und welche wurde aus Ihrer Sicht überschätzt?
Stefan Mantl: Als wir 2001 gestartet sind, war das Internet selbst für viele Makler noch echtes Neuland – manche mussten erst von den Vorteilen der Cloud und webbasierter Software überzeugt werden. Völlig unterschätzt wurde damals sicherlich, wie lange es dauern würde, bis Makler SaaS und cloudbasierte Lösungen tatsächlich als Standard sehen. Der Produktvorteil der Online-Verfügbarkeit war in der Argumentation zur damaligen Zeit fast schon ein Nachteil – und dennoch hat es sich durchgesetzt. Technologisch habe ich die Entwicklung eigentlich nicht unterschätzt – aber überrascht hat mich zum Beispiel die Entwicklung vom Nokia-Handy zum iPhone sowie die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz, während andere technologische Entwicklungen absehbar blieben.
Überschätzt wurden hingegen anfangs oft reine Einzellösungen ohne langfristige Substanz. Auch der Glaube, dass reine Online-Plattformen die persönliche Beratung und Vertrauensbasis von Immobilienmaklerinnen und -maklern komplett ersetzen könnten, war weitverbreitet.
IM: Ein großes Problem vieler Immobilienunternehmen sind unterschiedliche Softwarelösungen, die nicht miteinander kommunizieren. Wird die Zukunft aus einer zentralen Plattform bestehen oder aus vielen spezialisierten Anwendungen, die über Schnittstellen verbunden sind?
Mantl: Unser Ziel ist klar: Wir wollen Makler:innen eine starke All-in-One-Lösung an die Hand geben. Aus unserer Praxis heraus sehen wir aber, dass zukunftsfähige Software genau dort ansetzen muss: Eine zentrale, leistungsfähige Plattform wie onOffice bildet das verlässliche Rückgrat – eine solide, hochwertige Datenbasis ist hierbei das Fundament. Über unseren onOffice Marketplace sowie den AI Connector lässt sich das System flexibel erweitern und vernetzen.
Im Marketplace stehen bereits 50 Proptech-Dienste der Immobilienbranche zur integrierten Nutzung in onOffice enterprise zur Verfügung. Mit dem onOffice AI Connector lässt sich jeder gewünschte KI-Chat mit onOffice verbinden. Wer noch weiter gehen möchte: Der onOffice AI Connector stellt als MCP-Server ein universelles Protokoll für gängige KI-Frontends dar, mit dem Makler eigene KI-Agenten, basierend auf der über viele Jahre entwickelten API, programmieren können. So können sich Makler:innen ganz auf das Verkaufen, Akquirieren und Netzwerken konzentrieren.
IM: Alle sprechen über künstliche Intelligenz. Wo sehen Sie derzeit den größten tatsächlichen Nutzen von KI für Immobilienmakler:innen – und wo wird Ihrer Meinung nach noch viel mehr versprochen als gehalten?
Mantl: Der größte Nutzen liegt aktuell darin, komplexe Technologien greifbar und im Alltag verfügbar zu machen. Mit Entwicklungen wie dem AI Connector bieten wir bereits heute konkrete Möglichkeiten, KI-Anwendungen nahtlos in den Makleralltag einzubinden, Arbeitsabläufe spürbar zu beschleunigen und wertvolle Vorarbeit zu leisten. So lassen sich beispielsweise Infos zu Immobilien und Adressen abrufen oder Aktivitäten und Aufgaben anlegen – auch bequem von unterwegs über die mobile App des jeweiligen Anbieters und per Sprachfunktion. Noch viel zu viel versprochen wird dort, wo KI als magische Komplettlösung dargestellt wird; für viele ist das Thema noch abstrakt, und es braucht echte, praxisnahe Prozesse statt bloßer Versprechungen.
IM: Welche KI-Funktionen werden für Ihre Kund:innen in Zukunft besonders wichtig? Geht es vor allem um Automatisierung oder entwickeln Sie bereits Lösungen, die eigenständig Entscheidungen vorbereiten und Prozesse steuern?
Mantl: Besonders wichtig sind Funktionen, die wiederkehrende Abläufe perfekt strukturieren und automatisieren – wie etwa unser Prozessmanager, mit dem sich Workflows nach klaren Standards definieren lassen. Dabei gilt: Die Datenbasis ist das Wichtigste; selbst die besten KI-Lösungen erzielen ohne eine qualitativ hochwertige Datenbank keine optimalen Ergebnisse. Wir entwickeln Lösungen, die auf dieser fundierten Basis aufbauen und vor allem dafür sorgen, dass eine saubere Datenbank beibehalten wird. Dann können KI-Funktionen auch den Arbeitsalltag vereinfachen und Vorarbeit leisten, damit Prozesse mit gleichbleibend hoher Qualität gesteuert werden. Außerdem arbeiten wir an Möglichkeiten, KI und Prozesse noch näher zusammenzubringen und die Prozesserstellung zu vereinfachen.
IM: Gerade kleinere Maklerunternehmen haben oft weder große IT-Budgets noch eigene Digitalisierungsexperten. Wird KI hier für mehr Chancengleichheit sorgen oder profitieren vor allem die großen Unternehmen?
Mantl: KI kann genau wie damals die Cloud neue Chancen schaffen. onOffice war von Anfang an so ausgelegt, dass neben großen Netzwerken auch tausende Einzelmakler:innen mit professionellen Tools arbeiten können. Unsere Aufgabe als Partner auf Augenhöhe ist es, diese Technologie auch für kleinere Büros zugänglich und nutzbar zu machen, sodass sie ohne riesige IT-Budgets von professionellen Automatisierungen profitieren können. Unser onOffice AI Studio bietet viele KI-Funktionen, die direkt im Makleralltag von Büros jeder Größe einsetzbar sind.
IM: Wenn KI künftig einen Großteil der klassischen CRM-Aufgaben übernimmt, verändert das nicht auch das Geschäftsmodell von Softwareanbietern wie onOffice? Bezahlen Kund:innen künftig noch für Softwarelizenzen oder vielmehr für erfolgreich erledigte Aufgaben?
Mantl: Für uns bedeutet Weiterentwicklung, kontinuierlich zu investieren – jeden Monat fließen über eine Million Euro in die Optimierung und neue Funktionen unserer Software. Das Kernversprechen bleibt dabei, Makler:innen stets die beste All-in-One-Softwarelösung zu bieten, die durch Automatisierung und stetige Updates einen echten Mehrwert im Verkauf bringt. Unser Ziel war und ist es, Preisstabilität durch Kundenwachstum zu sichern. Das veränderte KI-Nutzungsverhalten haben wir dabei natürlich im Blick.
IM: onOffice hat sich von einer Maklersoftware zu einer umfassenden Plattform entwickelt. Was sind die konkreten Pläne für die kommenden Jahre?
Mantl: Wir wollen weiterhin gemeinsam mit den Makler:innen wachsen – als unabhängiger, inhabergeführter Partner ohne externe Investoren. Mit kontinuierlichen Produktinvestitionen, internationaler Ausrichtung und praxisnahen Innovationen gestalten wir gemeinsam mit unserem starken Team die digitale Zukunft der Immobilienbranche aktiv mit. Seit der Gründung wird monatlich in die Entwicklung der Immobiliensoftware investiert. Der Ausbau unserer KI-Funktionen sowie die weitere Modernisierung und Optimierung unserer Software spielen dabei natürlich eine immense Rolle.
Immobilien Magazin: Sie haben onOffice aufgebaut und die Digitalisierung der Maklerbranche über viele Jahre begleitet. Welche technologische Entwicklung haben Sie damals völlig unterschätzt – und welche wurde aus Ihrer Sicht überschätzt?
Stefan Mantl: Als wir 2001 gestartet sind, war das Internet selbst für viele Makler noch echtes Neuland – manche mussten erst von den Vorteilen der Cloud und webbasierter Software überzeugt werden. Völlig unterschätzt wurde damals sicherlich, wie lange es dauern würde, bis Makler SaaS und cloudbasierte Lösungen tatsächlich als Standard sehen. Der Produktvorteil der Online-Verfügbarkeit war in der Argumentation zur damaligen Zeit fast schon ein Nachteil – und dennoch hat es sich durchgesetzt. Technologisch habe ich die Entwicklung eigentlich nicht unterschätzt – aber überrascht hat mich zum Beispiel die Entwicklung vom Nokia-Handy zum iPhone sowie die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz, während andere technologische Entwicklungen absehbar blieben.
Überschätzt wurden hingegen anfangs oft reine Einzellösungen ohne langfristige Substanz. Auch der Glaube, dass reine Online-Plattformen die persönliche Beratung und Vertrauensbasis von Immobilienmaklerinnen und -maklern komplett ersetzen könnten, war weitverbreitet.
IM: Ein großes Problem vieler Immobilienunternehmen sind unterschiedliche Softwarelösungen, die nicht miteinander kommunizieren. Wird die Zukunft aus einer zentralen Plattform bestehen oder aus vielen spezialisierten Anwendungen, die über Schnittstellen verbunden sind?
Mantl: Unser Ziel ist klar: Wir wollen Makler:innen eine starke All-in-One-Lösung an die Hand geben. Aus unserer Praxis heraus sehen wir aber, dass zukunftsfähige Software genau dort ansetzen muss: Eine zentrale, leistungsfähige Plattform wie onOffice bildet das verlässliche Rückgrat – eine solide, hochwertige Datenbasis ist hierbei das Fundament. Über unseren onOffice Marketplace sowie den AI Connector lässt sich das System flexibel erweitern und vernetzen.
Im Marketplace stehen bereits 50 Proptech-Dienste der Immobilienbranche zur integrierten Nutzung in onOffice enterprise zur Verfügung. Mit dem onOffice AI Connector lässt sich jeder gewünschte KI-Chat mit onOffice verbinden. Wer noch weiter gehen möchte: Der onOffice AI Connector stellt als MCP-Server ein universelles Protokoll für gängige KI-Frontends dar, mit dem Makler eigene KI-Agenten, basierend auf der über viele Jahre entwickelten API, programmieren können. So können sich Makler:innen ganz auf das Verkaufen, Akquirieren und Netzwerken konzentrieren.
IM: Alle sprechen über künstliche Intelligenz. Wo sehen Sie derzeit den größten tatsächlichen Nutzen von KI für Immobilienmakler:innen – und wo wird Ihrer Meinung nach noch viel mehr versprochen als gehalten?
Mantl: Der größte Nutzen liegt aktuell darin, komplexe Technologien greifbar und im Alltag verfügbar zu machen. Mit Entwicklungen wie dem AI Connector bieten wir bereits heute konkrete Möglichkeiten, KI-Anwendungen nahtlos in den Makleralltag einzubinden, Arbeitsabläufe spürbar zu beschleunigen und wertvolle Vorarbeit zu leisten. So lassen sich beispielsweise Infos zu Immobilien und Adressen abrufen oder Aktivitäten und Aufgaben anlegen – auch bequem von unterwegs über die mobile App des jeweiligen Anbieters und per Sprachfunktion. Noch viel zu viel versprochen wird dort, wo KI als magische Komplettlösung dargestellt wird; für viele ist das Thema noch abstrakt, und es braucht echte, praxisnahe Prozesse statt bloßer Versprechungen.
IM: Welche KI-Funktionen werden für Ihre Kund:innen in Zukunft besonders wichtig? Geht es vor allem um Automatisierung oder entwickeln Sie bereits Lösungen, die eigenständig Entscheidungen vorbereiten und Prozesse steuern?
Mantl: Besonders wichtig sind Funktionen, die wiederkehrende Abläufe perfekt strukturieren und automatisieren – wie etwa unser Prozessmanager, mit dem sich Workflows nach klaren Standards definieren lassen. Dabei gilt: Die Datenbasis ist das Wichtigste; selbst die besten KI-Lösungen erzielen ohne eine qualitativ hochwertige Datenbank keine optimalen Ergebnisse. Wir entwickeln Lösungen, die auf dieser fundierten Basis aufbauen und vor allem dafür sorgen, dass eine saubere Datenbank beibehalten wird. Dann können KI-Funktionen auch den Arbeitsalltag vereinfachen und Vorarbeit leisten, damit Prozesse mit gleichbleibend hoher Qualität gesteuert werden. Außerdem arbeiten wir an Möglichkeiten, KI und Prozesse noch näher zusammenzubringen und die Prozesserstellung zu vereinfachen.
IM: Gerade kleinere Maklerunternehmen haben oft weder große IT-Budgets noch eigene Digitalisierungsexperten. Wird KI hier für mehr Chancengleichheit sorgen oder profitieren vor allem die großen Unternehmen?
Mantl: KI kann genau wie damals die Cloud neue Chancen schaffen. onOffice war von Anfang an so ausgelegt, dass neben großen Netzwerken auch tausende Einzelmakler:innen mit professionellen Tools arbeiten können. Unsere Aufgabe als Partner auf Augenhöhe ist es, diese Technologie auch für kleinere Büros zugänglich und nutzbar zu machen, sodass sie ohne riesige IT-Budgets von professionellen Automatisierungen profitieren können. Unser onOffice AI Studio bietet viele KI-Funktionen, die direkt im Makleralltag von Büros jeder Größe einsetzbar sind.
IM: Wenn KI künftig einen Großteil der klassischen CRM-Aufgaben übernimmt, verändert das nicht auch das Geschäftsmodell von Softwareanbietern wie onOffice? Bezahlen Kund:innen künftig noch für Softwarelizenzen oder vielmehr für erfolgreich erledigte Aufgaben?
Mantl: Für uns bedeutet Weiterentwicklung, kontinuierlich zu investieren – jeden Monat fließen über eine Million Euro in die Optimierung und neue Funktionen unserer Software. Das Kernversprechen bleibt dabei, Makler:innen stets die beste All-in-One-Softwarelösung zu bieten, die durch Automatisierung und stetige Updates einen echten Mehrwert im Verkauf bringt. Unser Ziel war und ist es, Preisstabilität durch Kundenwachstum zu sichern. Das veränderte KI-Nutzungsverhalten haben wir dabei natürlich im Blick.
IM: onOffice hat sich von einer Maklersoftware zu einer umfassenden Plattform entwickelt. Was sind die konkreten Pläne für die kommenden Jahre?
Mantl: Wir wollen weiterhin gemeinsam mit den Makler:innen wachsen – als unabhängiger, inhabergeführter Partner ohne externe Investoren. Mit kontinuierlichen Produktinvestitionen, internationaler Ausrichtung und praxisnahen Innovationen gestalten wir gemeinsam mit unserem starken Team die digitale Zukunft der Immobilienbranche aktiv mit. Seit der Gründung wird monatlich in die Entwicklung der Immobiliensoftware investiert. Der Ausbau unserer KI-Funktionen sowie die weitere Modernisierung und Optimierung unserer Software spielen dabei natürlich eine immense Rolle.
SP
AutorStefan Posch
Tags
OnOffice
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