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Kreislauffähige Sanierung im Hochbau

Beim Power Dialog der Synthesa Gruppe debattierte die Branche zirkuläre Sanierungskonzepte.

Der Umgang mit Bestandsbauten avanchiert zur primären Zukunftsaufgabe für die gesamte Bau- und Immobilienwirtschaft. Beim ersten Power Dialog der Synthesa Gruppe in der Wiener MQ Libelle erörterten rund 50 Fachleute aus Architektur, Tragwerksplanung und Immobilienmanagement zirkuläre Sanierungsansätze. Im Zentrum der Debatte stand die Erkenntnis, dass sich ambitionierte Klimaziele und betriebswirtschaftliche Rentabilität nur durch eine frühzeitige Kooperation aller Disziplinen erreichen lassen.

Integrale Planung entscheidet über Bestandserfolg

Guido Kuphal, General Manager der Synthesa Gruppe, unterstrich die Notwendigkeit, Schnittstellen im Planungsverlauf rechtzeitig aufzulösen. Je früher Fachplaner, Bauherrschaften, Ausführende und Systemhersteller zusammenarbeiten, desto resilientere Konzepte entstehen für komplexe Bestandsimmobilien. Funktionale Oberflächen übernehmen dabei eine tragende Rolle, da sie neben gestalterischen Aspekten maßgeblich Raumklima und Energieeffizienz determinieren. „Die Zukunft des Bauens entscheidet sich wesentlich im Bestand. Mit dem Power Dialog schaffen wir Raum für den Austausch darüber, wie Sanierung zugleich nachhaltig, wirtschaftlich und dauerhaft gelingen kann“, bekräftigte Kuphal.

Zirkuläre Konstruktionen ab dem Reißbrett

Dass echte Kreislaufwirtschaft bereits im Entwurfsprozess verankert werden muss, pointierte Architekt Thomas Romm von forschen planen bauen ZT. Gebäude müssen zwingend so konzipiert sein, dass Bauteile nach der Betriebsphase sortenrein demontierbar und hochwertig rezyklierbar bleiben. Vor dem Hintergrund der novellierten europäischen Bauprodukteverordnung und der Richtlinie OIB 7 erweisen sich insbesondere lösbare Verbindungstechniken als unverzichtbar für eine zukunftssichere Planung. Verantwortungsvolles Bauen verlange daher, den Rückbau bereits bei der Ausschreibung vorauszudenken.

Fokus auf den tatsächlichen Gebäudenutzen

Peter Engert, Geschäftsführer der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI), forderte eine Neugewichtung der Prioritäten zugunsten der vorhandenen Bausubstanz. Nachhaltigkeitszertifizierungen dürften nicht als rein abstrakte Kennzahlenakrobatik verstanden werden, sondern müssten den realen Mehrwert für Nutzer abbilden. „Nachhaltigkeit darf nicht auf einzelne Kennzahlen reduziert werden. Entscheidend ist, ökologische Anforderungen mit der Frage zu verbinden, wie gut ein Gebäude für die Menschen funktioniert“, so Engert. Die Transformation der Branche erfordere schlankere Prozesse sowie die konsequente Abkehr von der reinen Neubaufokussierung.

Substanzerhalt statt Komplettabriss

Wie Fassadensanierungen ohne Totalabbruch gelingen, veranschaulichte Paul Petzold, Portfolio Manager der Synthesa Gruppe, am Beispiel von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Ein patentiertes Injektionsverfahren ermöglicht es, die Standsicherheit bestehender Dämmschichten nachträglich wiederherzustellen, ohne die thermische Hülle kostenintensiv zu entfernen. „Wo bestehende Fassadensysteme technisch ertüchtigt werden können, ist ihr Erhalt immer die bessere Alternative zum vollständigen Rückbau – für Ressourcen, Klima und Budget“, resümierte Petzold.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 06. November 2026 - zuletzt bearbeitet am 06. November 2026


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AutorRedaktion
Tags
Immobilienwirtschaft
Planung
Bauen
Synthesa Group
Gebäudesanierung
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