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Urbane Flächen neu denken: Reclaiming Spaces
Steffen Robbi | Gastbeitrag
Unsere Städte haben kein Flächenproblem, weil es keine Flächen mehr gibt. Sie haben zunehmend ein Nutzungsproblem. Während an den Rändern weiterhin neuer Boden beansprucht wird, bleiben innerhalb bestehender Siedlungsräume versiegelte, brachliegende oder untergenutzte Areale oft über Jahre unentdeckt oder zumindest ungenutzt.
Gerade für Österreich ist das relevant. Der hohe Flächenverbrauch steht zunehmend im Widerspruch zu Klimazielen und einer resilienten Stadtentwicklung. Jede zusätzliche Versiegelung reduziert Versickerungsflächen, verschärft sommerliche Hitzeeffekte und erhöht den Druck auf bestehende Freiräume. Gleichzeitig existieren in unseren Städten viele Flächen, deren Potenzial heute nur unzureichend bekannt ist.
Bestand zuerst denken
Die entscheidende Frage lautet daher künftig: Welche vorhandenen Flächen können wir besser nutzen? Das betrifft nicht nur klassische Brachflächen. Auch überdimensionierte Verkehrsflächen, wenig genutzte Gewerbeareale, versiegelte Grundstücke und vor allem öffentliche Flächen können neue Funktionen übernehmen. Manche eignen sich für Nachverdichtung, andere für Begrünung und Entsiegelung. Wieder andere können temporär als Logistikflächen für z. B. Baustellen dienen und dadurch Transporte, Wege und Emissionen reduzieren.
Daten machen Potenziale sichtbar
Die Herausforderung liegt darin, diese Flächen überhaupt systematisch zu erkennen und sinnvoll zu bewerten. Genau hier gewinnen digitale Methoden und KI an Bedeutung. Satelliten- und Luftbildaufnahmen können heute mit Kataster-, Klima-, Wetter-, Demografie- und Geodaten kombiniert werden. Daraus entstehen Analysen, die nicht nur zeigen, wo Flächen versiegelt sind und welche Nutzungsintensitäten sie aufweisen, sondern auch welche Entwicklungsmöglichkeiten sie besitzen.
Wie das praktisch funktionieren kann, zeigt etwa das Forschungsprojekt ReSpace. Dort werden unterschiedliche Datenquellen verknüpft, um Flächen automatisiert zu identifizieren und hinsichtlich Entsiegelung, Nachnutzung oder Baulogistik zu bewerten.
Samira Chadli, CEO von SC CONCEPTS und Projektpartnerin bei ReSpace, bringt den Ansatz auf den Punkt: „Wir müssen nicht immer neue Flächen suchen, sondern die vorhandenen besser verstehen. Erst wenn wir wissen, welche Potenziale bereits versiegelte oder untergenutzte Räume besitzen, können wir fundiert entscheiden, wo Verdichtung, Entsiegelung oder neue Nutzungen tatsächlich sinnvoll sind.“
Von der Flächensuche zur Flächenstrategie
Der Mehrwert liegt aber nicht in einem einzelnen Tool oder Projekt. Entscheidend ist der Perspektivwechsel: Stadtentwicklung kann künftig stärker datenbasiert entscheiden, welche Fläche welchen Beitrag leisten kann.
Denn nicht jede freie Fläche muss bebaut und nicht jede versiegelte Fläche entsiegelt werden. Es geht vielmehr darum, Nutzung, Klimawirkung und wirtschaftliches Potenzial gemeinsam zu betrachten.
Bestand zuerst denken
Die entscheidende Frage lautet daher künftig: Welche vorhandenen Flächen können wir besser nutzen? Das betrifft nicht nur klassische Brachflächen. Auch überdimensionierte Verkehrsflächen, wenig genutzte Gewerbeareale, versiegelte Grundstücke und vor allem öffentliche Flächen können neue Funktionen übernehmen. Manche eignen sich für Nachverdichtung, andere für Begrünung und Entsiegelung. Wieder andere können temporär als Logistikflächen für z. B. Baustellen dienen und dadurch Transporte, Wege und Emissionen reduzieren.
Daten machen Potenziale sichtbar
Die Herausforderung liegt darin, diese Flächen überhaupt systematisch zu erkennen und sinnvoll zu bewerten. Genau hier gewinnen digitale Methoden und KI an Bedeutung. Satelliten- und Luftbildaufnahmen können heute mit Kataster-, Klima-, Wetter-, Demografie- und Geodaten kombiniert werden. Daraus entstehen Analysen, die nicht nur zeigen, wo Flächen versiegelt sind und welche Nutzungsintensitäten sie aufweisen, sondern auch welche Entwicklungsmöglichkeiten sie besitzen.
Wie das praktisch funktionieren kann, zeigt etwa das Forschungsprojekt ReSpace. Dort werden unterschiedliche Datenquellen verknüpft, um Flächen automatisiert zu identifizieren und hinsichtlich Entsiegelung, Nachnutzung oder Baulogistik zu bewerten.
Samira Chadli, CEO von SC CONCEPTS und Projektpartnerin bei ReSpace, bringt den Ansatz auf den Punkt: „Wir müssen nicht immer neue Flächen suchen, sondern die vorhandenen besser verstehen. Erst wenn wir wissen, welche Potenziale bereits versiegelte oder untergenutzte Räume besitzen, können wir fundiert entscheiden, wo Verdichtung, Entsiegelung oder neue Nutzungen tatsächlich sinnvoll sind.“
Von der Flächensuche zur Flächenstrategie
Der Mehrwert liegt aber nicht in einem einzelnen Tool oder Projekt. Entscheidend ist der Perspektivwechsel: Stadtentwicklung kann künftig stärker datenbasiert entscheiden, welche Fläche welchen Beitrag leisten kann.
Denn nicht jede freie Fläche muss bebaut und nicht jede versiegelte Fläche entsiegelt werden. Es geht vielmehr darum, Nutzung, Klimawirkung und wirtschaftliches Potenzial gemeinsam zu betrachten.
SR
AutorSteffen Robbi
Tags
steffen robbi
Digital findet Stadt
Flächenverbrauch
Versiegelung
Stadtentwicklung
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