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Die Frau, die aus Bahnhöfen Lebensräume macht
Es gibt Menschen in der Branche, die reden über Renditen, Architektur, Quadratmeterpreise, Marktzyklen oder Exit-Szenarien. Und dann gibt es Claudia Brey. Sie spricht über etwas völlig anderes. Über Menschen. Über Bewegung. Über Städte. Über das Leben dazwischen.
Es gibt immer noch viel zu wenig Frauen in der Immobilienwirtschaft. Aber jene, die doch da sind, zählen für zwei oder drei. Weil sie stark sind, engagiert und visionär. So, wie Claudia Brey. Sie prägt die österreichische Stadtentwicklung leise, aber nachhaltig.
Wer bei den ÖBB Immobilien Verantwortung trägt, entwickelt längst nicht mehr bloß Bahnhöfe oder Bürohäuser. Die ÖBB bauen heute ganze Stadtteile. Sie verändern Viertel, Verkehrsströme und urbane Identitäten. Und Claudia Brey wirkt dabei nicht wie eine klassische Immobilienmanagerin, sondern eher wie eine Frau, die versucht, die Logik von Städten zu verstehen. Es ist ein Zugang, der auffällt. Vor allem in einer Branche, die oft hektisch wirkt, laut auftritt und sich gerne selbst feiert.
Brey dagegen strahlt Ruhe aus. Keine aufgesetzte Ruhe, sondern jene Art von Gelassenheit, die meist nur Menschen entwickeln, die viele Zyklen erlebt haben. Boomphasen. Krisen. Euphorien. Abstürze. Und die irgendwann verstehen, dass Immobilien immer langfristig gedacht werden müssen.
Ihre Begeisterung für Immobilien entstand nicht aus romantischer Architekturverliebtheit. Sie entwickelte sich langsam. Fast organisch. Als sie 2007 bei der damaligen IMMOEAST begann, erkannte sie rasch, dass Gebäude weit mehr sind als Beton, Glas oder Zahlenkolonnen in Excel-Tabellen. Immobilien bestimmen, wie Menschen leben. Wie sie sich bewegen. Wie Städte funktionieren. Und genau dort beginnt ihre eigentliche Leidenschaft.
Das große Ganze
Claudia Brey interessiert sich weniger für das einzelne Haus als für das große Ganze. Für Quartiere. Für urbane Zusammenhänge. Für die Frage, warum manche Orte funktionieren und andere nicht. Warum manche Plätze Leben erzeugen und andere trotz Millioneninvestitionen steril bleiben.
Das mag auch erklären, warum sie so oft über Aufenthaltsqualität spricht. Über öffentliche Räume. Über kurze Wege. Über Nahversorgung. Über das Gefühl, sich in einer Stadt gerne aufzuhalten. Wer ihr zuhört, merkt rasch: Hier denkt jemand nicht in isolierten Projekten, sondern in Lebensräumen.
Geprägt wurde sie dabei von Persönlichkeiten, die in schwierigen Zeiten Ruhe bewahrten. Besonders die Jahre unter Eduard Zehetner hinterließen Spuren. Seine Fähigkeit, selbst in Krisen kontrolliert und strategisch zu agieren, wurde für sie zu einer Art Schule des Führens. Und vieles davon findet sich heute in ihrem eigenen Zugang wieder.
Klarheit und Struktur
Sie führt nicht über Lautstärke. Nicht über permanente Inszenierung. Sondern über Klarheit. Über Struktur. Über Vertrauen in Menschen. Immer wieder spricht sie über ihr Team. Über Verantwortung, die geteilt werden muss. Über die Bedeutung unterschiedlicher Perspektiven. Man merkt: Sie versteht Führung nicht als Einzelperformance, sondern als kollektiven Prozess. Vielleicht ist genau das in einer Zeit bemerkenswert geworden, in der viele Führungskräfte vor allem an ihrer eigenen Sichtbarkeit arbeiten.
Dabei wäre ihre Position durchaus geeignet für große Auftritte. Die ÖBB zählen zu den größten Immobilieneigentümern Österreichs. Was rund um Bahnhöfe entsteht, verändert heute ganze Städte. Und genau dort liegt einer der spannendsten Gedanken von Claudia Brey: Bahnhöfe sind für sie längst keine reinen Verkehrsbauten mehr. Sie sind urbane Bühnen geworden.
Früher waren Bahnhöfe Orte des Ankommens und Abfahrens. Heute sind sie Handelsflächen, Treffpunkte, soziale Räume und zunehmend Zentren neuer Stadtquartiere. Rund um sie entstehen Wohnungen, Büros, Hotels, Parks und öffentliche Plätze. Kaum ein Projekt zeigt das deutlicher als der Wiener Hauptbahnhof.
Wo einst Gleisanlagen und Brachflächen lagen, entstand ein völlig neues Stück Stadt. Die BahnhofCity, das Sonnwendviertel, neue Wohnquartiere – alles verbunden mit Mobilität, Infrastruktur und urbanem Leben.
ÖBB als Stadtentwicklerin
Für Brey symbolisiert dieses Projekt den Wandel der ÖBB vom Infrastrukturunternehmen zur aktiven Stadtentwicklerin. Und vielleicht ist gerade das die eigentliche Revolution dieser Jahre: Dass Mobilität und Stadtentwicklung nicht mehr getrennt gedacht werden können.
Die Idee der „Stadt der kurzen Wege“ zieht sich jedenfalls durch fast alles, was Claudia Brey beschreibt. Menschen sollen möglichst vieles ohne Auto erreichen können. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit. Städte sollen wieder kompakter, funktionaler und lebenswerter werden.
Dabei fällt auf, wie pragmatisch sie denkt. Keine ideologischen Konzepte. Keine modischen Schlagworte. Sondern funktionierende Strukturen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie Nachhaltigkeit nicht wie ein Marketingthema behandelt. ESG wirkt bei ihr nie wie eine Broschürenformulierung. Sondern wie etwas Selbstverständliches.
Energieeffizienz. Leistbares Wohnen. Freiräume. Soziale Durchmischung. Nachhaltige Mobilität. Für sie gehört all das schlicht zu guter Stadtentwicklung. Besonders wichtig erscheint ihr dabei das Thema Wohnen.
Denn während viele Entwickler primär auf Premiumsegmente setzen, spricht Brey immer wieder auch über Leistbarkeit. Darüber, dass Städte nur funktionieren, wenn Menschen unterschiedlichster Einkommensgruppen dort leben können. Gerade auf ehemaligen Bahnflächen entstehen deshalb tausende Wohnungen – viele davon gefördert oder leistbar. Und vielleicht zeigt sich genau dort die besondere Rolle eines öffentlichen Konzerns.
Denn die ÖBB agieren anders als klassische private Entwickler. Sie denken langfristiger. Teilweise über Jahrzehnte hinweg. Durch Baurechtsmodelle bleibt das Interesse an funktionierenden Quartieren dauerhaft bestehen. Es geht nicht um den schnellen Verkauf. Sondern um langfristig stabile Stadtteile.
Langfristige Sicht
Diese Langfristigkeit prägt auch ihre Sicht auf den Immobilienmarkt insgesamt. Die vergangenen Jahre mit Zinsanstieg, Unsicherheit und Projektstopps betrachtet sie nüchtern. Natürlich hätten viele Entwicklungen die Branche massiv unter Druck gesetzt. Aber gleichzeitig werde nun sichtbarer, welche Modelle tatsächlich tragfähig sind. Es ist ein Blick ohne Panik. Ohne Katastrophensprache. Immobilien sind für sie nie kurzfristiges Geschäft.
Interessant ist auch ihre Haltung zur künstlichen Intelligenz. Natürlich werde KI vieles verändern – Planung, Analyse, Gebäudebetrieb. Aber am Ende, davon scheint sie überzeugt, bleibt Stadtentwicklung immer etwas zutiefst Menschliches. Denn ein Quartier funktioniert nicht wegen Algorithmen. Sondern weil Menschen sich dort gerne aufhalten. Überhaupt spielt Emotionalität in ihrem Zugang eine größere Rolle, als man zunächst vermuten würde.
Gebäude als Gastgeber
Architektur beschreibt sie beinahe poetisch. Ein gutes Gebäude müsse funktionieren wie ein perfekter Gastgeber: effizient im Hintergrund, aber gleichzeitig ein Ort, an dem man sich sofort wohlfühlt. Vielleicht auch deshalb liebt sie London. Diese Stadt fasziniert sie, weil sie Geschichte und Moderne gleichzeitig zulässt. Weil dort urbane Dichte nicht steril wirkt, sondern lebendig. Und genau dieses Lebendige scheint sie an Städten zu suchen.
Trotz ihrer enormen Verantwortung wirkt Claudia Brey dabei erstaunlich bodenständig. Sie spricht offen darüber, wie wichtig Sport für sie geworden ist. Laufen. Yoga. Bewegung als Gegenpol zu einer Branche, die permanent unter Druck steht. Auch das gemeinsame Kochen mit der Familie beschreibt sie als Kraftquelle.
Abschalten habe sie allerdings erst lernen müssen. Früher sei das schwieriger gewesen. Heute weiß sie, dass Regeneration keine Schwäche ist, sondern Voraussetzung dafür, gute Entscheidungen treffen zu können. Genau das ist ein Teil ihrer Stärke: diese Mischung aus Konsequenz und Gelassenheit.
Bemerkenswert offen spricht sie auch über Frauen in Führungspositionen. Die Immobilienbranche sei lange sehr männlich geprägt gewesen. Vieles habe sich verbessert. Aber noch immer müssten Frauen oft lernen, sich selbst mehr Raum zu nehmen. Besonders wichtig scheint ihr dabei das Thema Vorbilder zu sein. Sichtbare Frauen in Spitzenpositionen verändern Branchen. Langsam, aber nachhaltig.
Nordwestbahnhof wird Realität
Claudia Brey verkörpert genau diese neue Generation von Führungspersönlichkeiten: strategisch, reflektiert, kooperativ – aber gleichzeitig klar in ihren Entscheidungen. Ihr derzeit wohl bedeutendstes Zukunftsprojekt bleibt der Nordwestbahnhof in Wien. Seit fast zwanzig Jahren begleitet dieses Gebiet die ÖBB. Nun beginnt aus der Vision langsam Realität zu werden.
Für Brey scheint darin etwas zutiefst Faszinierendes zu liegen: zu erleben, wie aus langen Planungen irgendwann echte Stadt entsteht. Vielleicht beschreibt genau das auch am besten ihre Vorstellung von Erfolg. Nicht die schnelle Schlagzeile. Nicht der kurzfristige Gewinn. Sondern Orte zu schaffen, die bleiben. Orte, an denen Menschen gerne leben. Und Städte, die auch in zwanzig oder dreißig Jahren noch funktionieren.
Wer bei den ÖBB Immobilien Verantwortung trägt, entwickelt längst nicht mehr bloß Bahnhöfe oder Bürohäuser. Die ÖBB bauen heute ganze Stadtteile. Sie verändern Viertel, Verkehrsströme und urbane Identitäten. Und Claudia Brey wirkt dabei nicht wie eine klassische Immobilienmanagerin, sondern eher wie eine Frau, die versucht, die Logik von Städten zu verstehen. Es ist ein Zugang, der auffällt. Vor allem in einer Branche, die oft hektisch wirkt, laut auftritt und sich gerne selbst feiert.
Brey dagegen strahlt Ruhe aus. Keine aufgesetzte Ruhe, sondern jene Art von Gelassenheit, die meist nur Menschen entwickeln, die viele Zyklen erlebt haben. Boomphasen. Krisen. Euphorien. Abstürze. Und die irgendwann verstehen, dass Immobilien immer langfristig gedacht werden müssen.
Ihre Begeisterung für Immobilien entstand nicht aus romantischer Architekturverliebtheit. Sie entwickelte sich langsam. Fast organisch. Als sie 2007 bei der damaligen IMMOEAST begann, erkannte sie rasch, dass Gebäude weit mehr sind als Beton, Glas oder Zahlenkolonnen in Excel-Tabellen. Immobilien bestimmen, wie Menschen leben. Wie sie sich bewegen. Wie Städte funktionieren. Und genau dort beginnt ihre eigentliche Leidenschaft.
Das große Ganze
Claudia Brey interessiert sich weniger für das einzelne Haus als für das große Ganze. Für Quartiere. Für urbane Zusammenhänge. Für die Frage, warum manche Orte funktionieren und andere nicht. Warum manche Plätze Leben erzeugen und andere trotz Millioneninvestitionen steril bleiben.
Das mag auch erklären, warum sie so oft über Aufenthaltsqualität spricht. Über öffentliche Räume. Über kurze Wege. Über Nahversorgung. Über das Gefühl, sich in einer Stadt gerne aufzuhalten. Wer ihr zuhört, merkt rasch: Hier denkt jemand nicht in isolierten Projekten, sondern in Lebensräumen.
Geprägt wurde sie dabei von Persönlichkeiten, die in schwierigen Zeiten Ruhe bewahrten. Besonders die Jahre unter Eduard Zehetner hinterließen Spuren. Seine Fähigkeit, selbst in Krisen kontrolliert und strategisch zu agieren, wurde für sie zu einer Art Schule des Führens. Und vieles davon findet sich heute in ihrem eigenen Zugang wieder.
Klarheit und Struktur
Sie führt nicht über Lautstärke. Nicht über permanente Inszenierung. Sondern über Klarheit. Über Struktur. Über Vertrauen in Menschen. Immer wieder spricht sie über ihr Team. Über Verantwortung, die geteilt werden muss. Über die Bedeutung unterschiedlicher Perspektiven. Man merkt: Sie versteht Führung nicht als Einzelperformance, sondern als kollektiven Prozess. Vielleicht ist genau das in einer Zeit bemerkenswert geworden, in der viele Führungskräfte vor allem an ihrer eigenen Sichtbarkeit arbeiten.
Dabei wäre ihre Position durchaus geeignet für große Auftritte. Die ÖBB zählen zu den größten Immobilieneigentümern Österreichs. Was rund um Bahnhöfe entsteht, verändert heute ganze Städte. Und genau dort liegt einer der spannendsten Gedanken von Claudia Brey: Bahnhöfe sind für sie längst keine reinen Verkehrsbauten mehr. Sie sind urbane Bühnen geworden.
Früher waren Bahnhöfe Orte des Ankommens und Abfahrens. Heute sind sie Handelsflächen, Treffpunkte, soziale Räume und zunehmend Zentren neuer Stadtquartiere. Rund um sie entstehen Wohnungen, Büros, Hotels, Parks und öffentliche Plätze. Kaum ein Projekt zeigt das deutlicher als der Wiener Hauptbahnhof.
Wo einst Gleisanlagen und Brachflächen lagen, entstand ein völlig neues Stück Stadt. Die BahnhofCity, das Sonnwendviertel, neue Wohnquartiere – alles verbunden mit Mobilität, Infrastruktur und urbanem Leben.
ÖBB als Stadtentwicklerin
Für Brey symbolisiert dieses Projekt den Wandel der ÖBB vom Infrastrukturunternehmen zur aktiven Stadtentwicklerin. Und vielleicht ist gerade das die eigentliche Revolution dieser Jahre: Dass Mobilität und Stadtentwicklung nicht mehr getrennt gedacht werden können.
Die Idee der „Stadt der kurzen Wege“ zieht sich jedenfalls durch fast alles, was Claudia Brey beschreibt. Menschen sollen möglichst vieles ohne Auto erreichen können. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit. Städte sollen wieder kompakter, funktionaler und lebenswerter werden.
Dabei fällt auf, wie pragmatisch sie denkt. Keine ideologischen Konzepte. Keine modischen Schlagworte. Sondern funktionierende Strukturen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie Nachhaltigkeit nicht wie ein Marketingthema behandelt. ESG wirkt bei ihr nie wie eine Broschürenformulierung. Sondern wie etwas Selbstverständliches.
Energieeffizienz. Leistbares Wohnen. Freiräume. Soziale Durchmischung. Nachhaltige Mobilität. Für sie gehört all das schlicht zu guter Stadtentwicklung. Besonders wichtig erscheint ihr dabei das Thema Wohnen.
Denn während viele Entwickler primär auf Premiumsegmente setzen, spricht Brey immer wieder auch über Leistbarkeit. Darüber, dass Städte nur funktionieren, wenn Menschen unterschiedlichster Einkommensgruppen dort leben können. Gerade auf ehemaligen Bahnflächen entstehen deshalb tausende Wohnungen – viele davon gefördert oder leistbar. Und vielleicht zeigt sich genau dort die besondere Rolle eines öffentlichen Konzerns.
Denn die ÖBB agieren anders als klassische private Entwickler. Sie denken langfristiger. Teilweise über Jahrzehnte hinweg. Durch Baurechtsmodelle bleibt das Interesse an funktionierenden Quartieren dauerhaft bestehen. Es geht nicht um den schnellen Verkauf. Sondern um langfristig stabile Stadtteile.
Langfristige Sicht
Diese Langfristigkeit prägt auch ihre Sicht auf den Immobilienmarkt insgesamt. Die vergangenen Jahre mit Zinsanstieg, Unsicherheit und Projektstopps betrachtet sie nüchtern. Natürlich hätten viele Entwicklungen die Branche massiv unter Druck gesetzt. Aber gleichzeitig werde nun sichtbarer, welche Modelle tatsächlich tragfähig sind. Es ist ein Blick ohne Panik. Ohne Katastrophensprache. Immobilien sind für sie nie kurzfristiges Geschäft.
Interessant ist auch ihre Haltung zur künstlichen Intelligenz. Natürlich werde KI vieles verändern – Planung, Analyse, Gebäudebetrieb. Aber am Ende, davon scheint sie überzeugt, bleibt Stadtentwicklung immer etwas zutiefst Menschliches. Denn ein Quartier funktioniert nicht wegen Algorithmen. Sondern weil Menschen sich dort gerne aufhalten. Überhaupt spielt Emotionalität in ihrem Zugang eine größere Rolle, als man zunächst vermuten würde.
Gebäude als Gastgeber
Architektur beschreibt sie beinahe poetisch. Ein gutes Gebäude müsse funktionieren wie ein perfekter Gastgeber: effizient im Hintergrund, aber gleichzeitig ein Ort, an dem man sich sofort wohlfühlt. Vielleicht auch deshalb liebt sie London. Diese Stadt fasziniert sie, weil sie Geschichte und Moderne gleichzeitig zulässt. Weil dort urbane Dichte nicht steril wirkt, sondern lebendig. Und genau dieses Lebendige scheint sie an Städten zu suchen.
Trotz ihrer enormen Verantwortung wirkt Claudia Brey dabei erstaunlich bodenständig. Sie spricht offen darüber, wie wichtig Sport für sie geworden ist. Laufen. Yoga. Bewegung als Gegenpol zu einer Branche, die permanent unter Druck steht. Auch das gemeinsame Kochen mit der Familie beschreibt sie als Kraftquelle.
Abschalten habe sie allerdings erst lernen müssen. Früher sei das schwieriger gewesen. Heute weiß sie, dass Regeneration keine Schwäche ist, sondern Voraussetzung dafür, gute Entscheidungen treffen zu können. Genau das ist ein Teil ihrer Stärke: diese Mischung aus Konsequenz und Gelassenheit.
Bemerkenswert offen spricht sie auch über Frauen in Führungspositionen. Die Immobilienbranche sei lange sehr männlich geprägt gewesen. Vieles habe sich verbessert. Aber noch immer müssten Frauen oft lernen, sich selbst mehr Raum zu nehmen. Besonders wichtig scheint ihr dabei das Thema Vorbilder zu sein. Sichtbare Frauen in Spitzenpositionen verändern Branchen. Langsam, aber nachhaltig.
Nordwestbahnhof wird Realität
Claudia Brey verkörpert genau diese neue Generation von Führungspersönlichkeiten: strategisch, reflektiert, kooperativ – aber gleichzeitig klar in ihren Entscheidungen. Ihr derzeit wohl bedeutendstes Zukunftsprojekt bleibt der Nordwestbahnhof in Wien. Seit fast zwanzig Jahren begleitet dieses Gebiet die ÖBB. Nun beginnt aus der Vision langsam Realität zu werden.
Für Brey scheint darin etwas zutiefst Faszinierendes zu liegen: zu erleben, wie aus langen Planungen irgendwann echte Stadt entsteht. Vielleicht beschreibt genau das auch am besten ihre Vorstellung von Erfolg. Nicht die schnelle Schlagzeile. Nicht der kurzfristige Gewinn. Sondern Orte zu schaffen, die bleiben. Orte, an denen Menschen gerne leben. Und Städte, die auch in zwanzig oder dreißig Jahren noch funktionieren.
GR
AutorGerhard Rodler
Tags
Menschen
ÖBB
Immobilien
Stadtentwicklung
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