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Enormer Nachholbedarf beim Bauwerksbuch

Erfüllungsquote bei lediglich sieben Prozent

Wiens Hauseigentümer stehen unter erheblichem Zeitdruck, doch die aktuelle Bilanz fällt ernüchternd aus: Die überwiegende Mehrheit der Gebäude in der Bundeshauptstadt verfügt noch nicht über das gesetzlich vorgeschriebene Bauwerksbuch. Von den rund 31.000 Objekten, die vor dem Jahr 1919 errichtet wurden und gemäß § 128 a der Wiener Bauordnung zur Führung dieses Dokuments verpflichtet sind, wurden bisher erst etwa 2.000 registriert. Damit liegt die Erfüllungsquote bei lediglich sieben Prozent.

Die gesetzlichen Fristen sind dabei klar definiert. Bis zum Ende des Jahres 2027 müssen sämtliche betroffenen Liegenschaften der Bauperiode vor 1919 das sogenannte Pickerl für Gebäude vorweisen können. Für Immobilien, die ab dem 1. Jänner 1919 errichtet wurden, gilt eine verlängerte Frist bis zum 31. Dezember 2030. Bei Neu-, Zu- und Umbauten gemäß § 60 Abs. 1 lit. a der Wiener Bauordnung ist das Bauwerksbuch bereits deutlich früher, nämlich bis zur Erstattung der Fertigstellungsanzeige, zu erstellen.

Der zeitliche Spielraum schmilzt, da die verfügbaren Fachressourcen am Markt begrenzt sind. Markus Malina, Geschäftsführer von Aphelion Baumanagement, warnt eindringlich vor den absehbaren Folgen der Verzögerungen. Die Zahl der noch ausstehenden Objekte sei enorm und die benötigten Fachkräfte würden nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Wer mit der Beauftragung zu lange zögert, wird sich nach Einschätzung des Experten am Ende in einer langen Warteschlange wiederfinden. Ein massiver Stau bei den Behörden und den beteiligten Fachstellen sei laut Malina unter diesen Vorzeichen unvermeidlich.

Für Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften bedeutet die Erstellung des Bauwerksbuchs eine zusätzliche Herausforderung im laufenden Betrieb. Aphelion Baumanagement hat nach eigenen Angaben bereits rund 150 Bauwerksbücher erfolgreich umgesetzt und zählt damit zu den erfahrenen Dienstleistern in diesem Segment. Experten raten dazu, den Prozess zeitnah anzustoßen. Wer zu spät handelt, riskiert nicht nur das Versäumen gesetzlicher Fristen, sondern auch unnötige Mehrkosten durch die absehbaren Kapazitätsengpässe bei den spezialisierten Fachstellen.

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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 08. September 2026 - zuletzt bearbeitet am 15. September 2026


SP
AutorStefan Posch
Tags
bauwerksbuch
Bauordnung
APHELION
Altbau
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