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Wie sich die Zinsen sich jetzt entwickeln

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EZB dürfte Zinsen unverändert lassen

Trotz der anhaltend hohen Inflation im Euroraum zeichnet sich bei der Europäischen Zentralbank eine Zinspause ab. Marktbeobachter rechnen damit, dass der Einlagensatz vorerst bei 2,5 Prozent bleibt. Dabei liegt die Inflation aktuell bei 3,8 Prozent und könnte nach Einschätzung von Analysten in den kommenden Monaten sogar auf vier Prozent steigen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat bereits signalisiert, dass die Notenbank nicht auf jeden Inflationsanstieg unmittelbar mit höheren Zinsen reagieren müsse. Ein wesentlicher Faktor für die vorsichtige Geldpolitik ist die angespannte Finanzlage Frankreichs. Die stark gestiegene Staatsverschuldung verteuert die Refinanzierung des Landes und erhöht die Nervosität an den Anleihemärkten.

Für die Immobilienwirtschaft wäre eine Zinspause grundsätzlich ein positives Signal. Ob es gegen Jahresende dennoch zu einer weiteren Zinserhöhung kommt, dürfte wesentlich von der Entwicklung der Inflation und der Stabilität der europäischen Anleihemärkte abhängen.

Baukosten für Rechenzentren steigen 

Während die Immobilienwirtschaft auf stabile Finanzierungskosten hofft, steht ein anderes Segment unter erheblichem Kostendruck. Die Errichtung von Rechenzentren verteuert sich in Europa derzeit stärker als in jeder anderen Weltregion. Innerhalb eines Jahres sind die Baukosten im Durchschnitt um 13 Prozent gestiegen.

Haupttreiber ist der rasante Ausbau von KI-Anwendungen, der den Bedarf an leistungsfähigen Rechenzentren massiv erhöht. In Wien liegen die Errichtungskosten mittlerweile bei rund 12,5 US-Dollar pro Watt. Damit rangiert die Bundeshauptstadt gemeinsam mit Frankfurt auf Platz 22 im weltweiten Vergleich. Noch höhere Kosten werden unter anderem in Zürich, Kopenhagen und Oslo verzeichnet.

Neben steigenden Materialpreisen belasten insbesondere der Fachkräftemangel und fehlende Projektleiter die Branche. Hinzu kommen lange Wartezeiten auf Netzanschlüsse. Betreiber müssen häufig ein bis zwei Jahre einkalkulieren, teilweise sogar deutlich länger. Damit wird die Verfügbarkeit von Strom zunehmend zu einem entscheidenden Standortfaktor für neue Rechenzentrumsprojekte.

Das war das Immoflash Morgenjournal. Was im Laufe des Tages in der österreichischen Immobilienwirtschaft passiert, erfahren Sie ab 14 Uhr auf immomedien.at.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 26. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 26. Oktober 2026


SP
AutorStefan Posch
Tags
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