Glasmacher schärft nach
Der Spezialglaskonzern Schott forciert die Dekarbonisierung entlang der Lieferkette bis 2030.
Der Technologiekonzern Schott stellt seine Klimaziele neu auf. Die Science Based Targets initiative (SBTi), die wissenschaftsbasierte Klimaziele von Unternehmen prüft und validiert, hat die überarbeiteten Vorgaben bestätigt. Neben den bestehenden Zielen für direkte und indirekte Emissionen (Scope 1 und 2) verpflichtet sich das Unternehmen nun dazu, ausgewählte Scope-3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette bis zum Geschäftsjahr 2030 um 27,5 Prozent zu senken.
Das bisherige interne Vorhaben einer bilanziellen Klimaneutralität bis 2030 wird im Zuge dessen abgelöst. Seit 2019 arbeitet das Unternehmen an der Dekarbonisierung der energieintensiven Glasproduktion. Die direkten Emissionen aus eigenen Anlagen sowie die indirekten Emissionen aus zugekaufter Energie sanken seither um rund 70 Prozent.
Damit wurde das ursprüngliche Reduktionsziel von 46,2 Prozent vorzeitig übertroffen. Wesentlicher Treiber war die Umstellung der Strombeschaffung auf Herkunftsnachweise aus erneuerbaren Quellen und Power Purchase Agreements. Da Emissionsgutschriften aus externen Kompensationsprojekten nicht Teil des SBTi-Standards sind, verzichtet der Konzern künftig auf das Ziel einer rechnerischen Kompensation.
Der Schwerpunkt künftiger Einsparungen liegt nun auf den vor- und nachgelagerten Prozessen, die im Geschäftsjahr 2025 mehr als 80 Prozent des gesamten CO2-Fußabdrucks ausmachten. Geplant sind unter anderem die stärkere Berücksichtigung von Product Carbon Footprints bei Einkaufsentscheidungen sowie eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten. Laut Martin Bleider, Leiter Sustainable Procurement, bietet die Kooperation mit Zulieferern signifikantes Potenzial zur Emissionsminderung.
Parallel treibt das Unternehmen technologische Innovationen am Produktionsstandort Deutschland voran. Zur Dekarbonisierung der Glasschmelze investiert Schott rund 40 Millionen Euro in eine elektrische Pilotwanne am bayerischen Standort Mitterteich, die 2027 in Betrieb gehen soll. Zudem werden alternative Beheizungsmethoden wie Plasma- und Mikrowellentechnologien geprüft. Vorstandsvorsitzender Torsten Derr betont, dass diese Investitionen die Emissionen langfristig senken und gleichzeitig das industrielle Know-how stärken.
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