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Nach Zinsschock & Krise: Hoffnung aus Bad Ischl

Warum der 51. Bundesimmotag Optimismus gibt

Der gestern Abend gestartete 51. Bundesimmobilientag in Bad Ischl setzt ein Zeichen: Die Krise ist vorbei, aber das neue Normal hat freilich wenig mit dem zu tun, was sich am überhitzten Markt bis vor vier Jahren zugange war. Unsicherheit, Zinsentwicklung und die Frage, wie die Immobilienwirtschaft in einem weiterhin herausfordernden Umfeld handlungsfähig bleibt, ist freilich noch da. 

Zur offiziellen Eröffnung betonten heute Vormittag Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer und Roman Oberndorfer und "Hausherr" Mario Zoidl, Obmann der Fachgruppe Oberösterreich die besondere Symbolik des Tagungsorts Bad Ischl als „kaiserliches“ Zentrum und als Ort, an dem sich die Immobilienwirtschaft in ruhigem Rahmen mit den aktuellen Umbrüchen auseinandersetzt. Der Bundesimmobilientag sei bewusst so gewählt worden, weil die Branche von einer „neuen Realität“ geprägt sei, die alle Bereiche fordere. Aber: Das Geschäft, so Oberndorfer, zieht wieder leicht an. Immerhin.

Die allgemeine Unsicherheit geht freilich weit über die Immobilienbranfdhe hinaus. Stefan Fink, Chefökonom bei KPMG verwies auf den World Trade Uncertainty Index. Dieser hat sich weltweit mehr als verdoppelt. Daran knüpfte die Einschätzung an, dass sich die Branche auf volatile Rahmenbedingungen einstellen müsse, ohne in Alarmismus zu verfallen. Entscheidend seien stabile langfristige Erwartungen, ein funktionierender Finanzierungsmarkt und die Fähigkeit, Projekte trotz hoher Komplexität weiterzubringen.

Beruhigend fiel dafür der Blick auf die jüngsten Inflations- und Zinsentwicklungen aus. Für die nächsten Jahre wurde jedoch kein Wiederholen des Zinsschocks erwartet. Für die EZB wurde auf die mittelfristige Zielsetzung von zwei Prozent verwiesen.

Die Hausverwaltungsbranche steht mitten in einem Strukturwandel, getrieben von Nachhaltigkeit, Leistbarkeit, Digitalisierung und einem zunehmend unübersichtlichen Rechts- und Fördersystem, betonte in der Podiumsdiskussion die Berufsgruppensprecherin der Verwalter, Ellen Moll.

Roman Oberndorfer betonte, dass der Immobilienmarkt sich tiefgreifend verändert und frühere „Zusatznutzen“ wie Nachhaltigkeit oder digitale Services heute als Selbstverständlichkeit gelten.  Maßnahmen, die früher freiwillig waren, seien heute Standard.
Großen Raum nimmt die Kritik an der rechtlichen Rahmenlage ein: Ständig neue, teils rückwirkende Gesetze, komplexe Vorgaben und fehlende Anpassungen im Mietrecht erschweren die tägliche Arbeit. Für Sanierungen fehlen verlässliche Perspektiven, weil Förderbedingungen und rechtliche Vorgaben sich im Planungshorizont von ein bis zwei Jahren mehrfach ändern können.

Bekannt pointiert machte Bauträger-Sprecher Hans Jörg Ulreich auf die sich immer dramatischere Wohnungsknappheit aufmerksam: Gewerbliche Bauträger können aufgrund Kreditklemme und anderer Rahmenbedingungen kaum noch produzieren, der geförderte Bereich ist gleichzeitig um rund 50 % eingebrochen.  Sein Lösungsvorschlag: Deregulierung. Was das bringt, sieht man in Argentinien. Seit der Mietmarkt nicht mehr reguliert wird, sind die Mieten deutlich gefallen. Auch bei den behördlichen Auflagen, Normen und den Genehmigungsverfahren wäre noch einiges zu tun, um den Wohnbau wieder flott zu machen.
Der 51. Bundesimmobilientag in Bad Ischl läuft noch bis morgen.
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 02. Juni 2026 - zuletzt bearbeitet am 09. Juni 2026


GR
AutorGerhard Rodler aus Bad Ischl
Tags
Bundesimmobilientag
Bad
Immobilienwirtschaft
oberndorfer
inflation
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