Nachhaltigkeitspreis für Palladium-Recycling
Hansgrohe sichert mit einer neuen Filtertechnik wertvolle Rohstoffe und spart jährlich über 150 Tonnen CO2.
Die Hansgrohe Group ist für ein neues Verfahren zur Rückgewinnung von Palladium aus Prozesswässern der Kunststoffgalvanik mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2026 ausgezeichnet worden. Die Technologie ermöglicht es, das seltene Edelmetall direkt in der Fertigung aufzufangen und wieder in den Materialkreislauf einzuspeisen. Zudem steht das Vorhaben im Finale des Circularity Champion Awards 2026 in der Sparte Recycling und Rückgewinnung.
Bei der galvanischen Beschichtung von Kunststoffen dient Palladium dazu, Oberflächen elektrisch leitfähig zu machen. Dabei gelangen geringe Mengen des Metalls in Spülwässer, aus denen sie aufgrund der niedrigen Konzentration nur schwer abzuscheiden sind. Das Verfahren leitet das vorbehandelte Abwasser über spezielle Adsorbervliese, welche die Partikel selektiv binden.
Die Technologie wurde seit 2018 von Verfahrenstechnikern des Unternehmens gemeinsam mit dem Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West sowie der Firma aqua plus Wasser- und Recyclingsysteme entwickelt. Am Produktionsstandort Offenburg ist die Anlage inzwischen regulär im Einsatz. Pro Jahr werden dort rund fünf Kilogramm Palladium zurückgewonnen, was einer Rückholquote von bis zu 82 Prozent des enthaltenen Metalls entspricht.
Durch den verminderten Bedarf an Primärrohstoffen lassen sich im Vergleich zum klassischen Abbau jährlich mehr als 150 Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Frank Semling, Vorstand Produktion der Hansgrohe Group, betonte den Stellenwert des Projekts: „Die Auszeichnung bestätigt, dass innovative Produktion und nachhaltiges Wirtschaften untrennbar zusammengehören. Wir konnten aus einem bisherigen Verluststrom in unserer Kunststoffgalvanik einen wertvollen Rohstoffkreislauf schaffen, der den Bedarf an Primärpalladium reduziert und die mit der Gewinnung verbundenen Treibhausgasemissionen verringert. Unser Verfahren zur Palladiumrückgewinnung zeigt, wie Kreislaufwirtschaft im industriellen Maßstab erfolgreich umgesetzt werden kann.“
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