Neuer Ersatz für Zementklinker
Eine neuartige Rohstoffmischung von Cyment halbiert den CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Betonbaustoffen.
Das aus der Alas-Gruppe hervorgegangene Unternehmen Cyment hat einen Zusatzstoff entwickelt, der den herkömmlichen Klinker im Zement zu großen Teilen ersetzt. Bei der Produktion dieses Alternativstoffs entstehen lediglich 26 Kilogramm CO2 pro Tonne, was einer Einsparung von über 95 Prozent gegenüber klassischem Zement entspricht. Im fertigen Baustoff Beton ermöglicht das Verfahren eine Reduktion der Treibhausgase um bis zu 50 Prozent.
Bislang gilt die Zementherstellung als einer der größten Treiber des globalen Treibhausgasausstoßes, da das Brennen von Kalkstein und Ton bei 1.450 Grad Celsius erhebliche Mengen Kohlendioxid freisetzt. Cyment kann je nach Anwendungsgebiet bis zu 60 Prozent des Klinkers im Zement substituieren. Damit rückt die Erzeugung von grünem Beton mit weniger als 100 Kilogramm CO2 pro Kubikmeter in greifbare Nähe.
Die Rezeptur basiert auf Puzzolanen sowie hydraulischen und anderen kreislauffähigen Stoffen. Reinhard Kandera, Geschäftsführer der Cyment Austria, bezeichnet Zement als größten Hebel für nachhaltiges Bauen. Im firmeneigenen Forschungszentrum in Bratislava wurden mehr als 1.300 Materialien mithilfe von künstlicher Intelligenz getestet.
Das Produkt eignet sich für den Hoch- und Tiefbau, wasserundurchlässige Bauwerke sowie für massige Bauteile. Gefertigt wird das Bindemittel in einer Mahlanlage im ungarischen Mosonmagyaróvár über ein erhitzungsfreies Verfahren. Nach dem Marktstart in Ungarn und der Slowakei steht die Einführung in Österreich unmittelbar bevor. Neben europäischen und nationalen Zertifizierungen erfüllt der Baustoff auch strenge Kriterien bezüglich Radioaktivität, Schadstoffbelastung und Ökotoxizität bei Grundwasserkontakt.
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