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Sanierungsbooster gefragt
Gastbeitrag | Louis Obrowsky
Für eine höhere Sanierungsquote braucht es finanzielle Anreize und verlässliche Rahmenbedingungen.
„Wir würden ja sanieren, wenn wir könnten, wie wir wollten, aber uns fehlen die belastbaren Rahmenbedingungen“ So lautet immer öfter die Antwort auf die Frage, warum in Österreich die Sanierungsquote immer noch so gering ist. Sie liegt bei rund 1,3 Prozent, 3,6 Prozent sollten es aber sein, um nur in die Nähe jener Ergebnisse zu kommen, die von der EU mittels der Gebäuderichtlinie gefordert werden. Allein bis 2030 sollte der Primärenergieverbrauch um rund 16 Prozent gesenkt werden. Um allerdings Sanierungen energieeffizient zu gestalten, benötigen Hauseigentümer auch eine Duldungspflicht der Bestandsnehmer. Denn wenn man sanieren will und ein oder mehrere Mieter sich weigern, z.B. auf Fernwärme umzustellen, sieht sich der Hauseigentümer verpflichtet, Gas weiterhin zur Verfügung zu stellen und für den Rest der Mieter z.B. die Fernwärme zu ermöglichen. Dass das finanzieller Unsinn ist, ist wohl verständlich. Ganz unabhängig davon, dass Mieter - natürlich aber auch Wohnungseigentümer - nach Einleiten der Fernwärme, sofern das mit den bestehenden Radiatoren überhaupt möglich ist, bei der Kostenabrechnung immer wieder erstaunt sind, wie teuer die Monopolwärme der Stadt Wien ist. In manchen Häusern sind sogar drei verschiedene „Wärmelieferanten“ zugange: Fernwärme, Gas und Wärmepumpe- wie sinnvoll und vor allem kosteneffizient das ist, braucht wohl nicht erklärt werden.
Investitionsbeitrag als Schub
Da gäbe es noch einiges aufzuzählen. Aber sehen wir es positiv: es bedarf eines Sanierungsbooster, um vorwärtszukommen. Dazu zählt - neben der oben erwähnten Duldungspflicht der Mieter - vor allem eine Motivation für Eigentümer, Sanierungen auch wirklich anzugehen. Ein so ein Booster wäre z.B. ein entsprechender Investitionsfreibetrag (IFB). Dieser könnte einen Investitionsschub auslösen. Nicht zu vergessen ist, dass ein IFB kein Steuergeschenk, sondern nur ein Aufschieben der Steuerleistung darstellt. Dafür aber erhält die heimische gewerbliche Bauwirtschaft unmittelbar vermehrt Aufträge, das Auftragsvolumen könnte durchaus mehrere Milliarden betragen. Gleichzeitig lukriert der Finanzminister ein deutliches Mehr an Steuereinnahmen. also eigentlich eine Win-Win-Situation. Wir, die professionelle Immobilienwirtschaft, würde es daher begrüßen, wenn endlich klare Richtlinien von der Politik vorgegeben werden, diese dann auch die nächsten Jahre halten und nicht ständig verändert werden. Denn nur stabile Rahmenbedingungen für Investitionen ermöglichen eine umfassende Dekarbonisierung. Allerdings sollte auch bedacht werden, dass sich daraus nicht ein Bürokratismus ergibt, der das Wollen wieder eindämmt.
Gänzlich ungeklärt ist derzeit auch die belastbare Berechnung künftiger Verfügbarkeit von klimaneutralen Brennstoffen. Es ist daher höchst an der Zeit Rechtssicherheit herzustellen, damit die notwendigen Investitionen getätigt werden können.
Investitionsbeitrag als Schub
Da gäbe es noch einiges aufzuzählen. Aber sehen wir es positiv: es bedarf eines Sanierungsbooster, um vorwärtszukommen. Dazu zählt - neben der oben erwähnten Duldungspflicht der Mieter - vor allem eine Motivation für Eigentümer, Sanierungen auch wirklich anzugehen. Ein so ein Booster wäre z.B. ein entsprechender Investitionsfreibetrag (IFB). Dieser könnte einen Investitionsschub auslösen. Nicht zu vergessen ist, dass ein IFB kein Steuergeschenk, sondern nur ein Aufschieben der Steuerleistung darstellt. Dafür aber erhält die heimische gewerbliche Bauwirtschaft unmittelbar vermehrt Aufträge, das Auftragsvolumen könnte durchaus mehrere Milliarden betragen. Gleichzeitig lukriert der Finanzminister ein deutliches Mehr an Steuereinnahmen. also eigentlich eine Win-Win-Situation. Wir, die professionelle Immobilienwirtschaft, würde es daher begrüßen, wenn endlich klare Richtlinien von der Politik vorgegeben werden, diese dann auch die nächsten Jahre halten und nicht ständig verändert werden. Denn nur stabile Rahmenbedingungen für Investitionen ermöglichen eine umfassende Dekarbonisierung. Allerdings sollte auch bedacht werden, dass sich daraus nicht ein Bürokratismus ergibt, der das Wollen wieder eindämmt.
Gänzlich ungeklärt ist derzeit auch die belastbare Berechnung künftiger Verfügbarkeit von klimaneutralen Brennstoffen. Es ist daher höchst an der Zeit Rechtssicherheit herzustellen, damit die notwendigen Investitionen getätigt werden können.
LO
Autor Louis Obrowsky
Tags
Fernwärme
Investitionen
EU
Österreich
Markt
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