Neues Vorzeigequartier am Heidjöchl
Auf 39 Hektar Fläche entstehen 5.200 Wohnungen
Wie heute morgen Immoflash Morgenjorunal bereits berichtete steht in der Wiener Donaustadt steht das nächste große Stadtentwicklungsprojekt in den Startlöchern. Entlang der Trasse der U-Bahn-Linie U2 soll das neue Quartier Am Heidjöchl entstehen. Das dazugehörige städtebauliche Leitbild steht kurz vor dem Beschluss in der Stadtentwicklungskommission und legt die Eckpunkte für eines der grünsten Wohngebiete der Bundeshauptstadt fest.
Auf einem Areal von rund 39 Hektar sind insgesamt 5.200 Wohneinheiten für etwa 11.800 Menschen vorgesehen. Gemäß der Wiener Wohnbautradition sollen zwei Drittel der Wohnungen gefördert und damit leistbar errichtet werden. Neben dem Wohnbau umfasst das Gesamtkonzept drei Kindergärten, einen Bildungscampus, eine AHS sowie ein Gesundheitszentrum.
Ein zentrales Element der Planung ist der Freiraum: Rund ein Viertel der Fläche, etwa zehn Hektar, ist als öffentlich zugänglicher Park- und Erholungsraum vorgesehen. Das Herzstück bildet eine großzügige Grünzone, von der aus sich sogenannte grüne Finger direkt in die Wohnbereiche erstrecken. Ergänzt wird das Konzept durch baumbestandene Promenaden, Gemeinschaftshöfe und intensiv begrünte Straßenräume.
Großen Wert legen die Planer auf Biodiversität und Klimafitness. Bestehende Biotope werden geschützt und mit neuen Grünstrukturen vernetzt. Spezifische Lebensräume sollen Arten wie Fledermäusen, Zauneidechsen, Schmetterlingen und Haubenlerchen zugutekommen. Begrünte Dächer, unversiegelte Flächen zur Regenwasserversickerung sowie Schatten spendende Bäume sollen Überhitzungen im Sommer entgegenwirken.Verkehrstechnisch setzt das Quartier auf das Prinzip der kurzen Wege und eine Priorisierung des Umweltverbunds. Das Areal ist bereits an die U-Bahn-Linie U2, die S-Bahn sowie die Straßenbahnlinie 26 angebunden. Zwei Haltestellen der verlängerten Straßenbahnlinie 27 werden direkt im Gebiet liegen und noch vor dem Bezug der ersten Wohnungen fertiggestellt.
Das Konzept basiert auf dem Entwurf des Architektenteams Paloma Mosto Zavala und Samuel Llovet Montardit aus Barcelona, das den vorangegangenen Wettbewerb gewann. Gemeinsam mit M&S Architekten und verschiedenen Fachplanern wurde der Plan weiter verfeinert. Dabei flossen Anregungen aus mehreren Bürgerbeteiligungsformaten ein, darunter Infoausstellungen, Quartiersspaziergänge und ein Citizen-Science-Projekt zur lokalen Tier- und Pflanzenwelt.
Das Projekt reiht sich in eine Reihe größerer Vorhaben entlang der U2-Achse ein, zu denen auch Gebiete wie die Berresgasse, das Hausfeld und die Seestadt Aspern zählen. Nach dem formalen Beschluss des Leitbilds folgen nun die Umweltverträglichkeitsprüfung sowie die Ausarbeitung der Flächenwidmungs- und Bebauungspläne. Der Beschluss dieser Pläne ist etappenweise ab 2027/28 vorgesehen. Die ersten Baufelder dürften frühestens ab 2030 bebaut werden.
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