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Waldviertel zieht mehr Immobiliensuchende an

Immobilienmarkt im Waldviertel stabilisiert sich

Der Immobilienmarkt im Waldviertel zeigt wieder deutlichere Lebenszeichen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 642 Immobilientransaktionen registriert, nach 650 im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Transaktionsvolumen stieg gleichzeitig leicht von 52 auf 53 Millionen Euro. Bereits 2025 waren im Waldviertel insgesamt 1.855 Immobilien im Wert von 196 Millionen Euro verkauft worden.

„Der Immobilienmarkt im Waldviertel zeigt sich insgesamt wieder freundlicher. Allerdings trifft eine aktuell wieder steigende Nachfrage auf stagnierendes Angebot, insbesondere bei neuen Immobilien“, sagt Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien in Niederösterreich, Wien und Burgenland.

Die Stabilisierung zeigt sich insbesondere bei Einfamilienhäusern. Nach den Preisrückgängen 2023 und 2024 kostete ein Einfamilienhaus 2025 durchschnittlich rund 2.300 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Plus von rund 27 Prozent gegenüber 2024, als noch etwa 1.800 Euro bezahlt wurden. Auch Baugrundstücke verteuerten sich: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis erhöhte sich von 20 auf 26 Euro. „Die Grundstückspreise haben damit das Niveau des Boom-Jahres 2022 beinahe wieder erreicht, als der Quadratmeter bis zu 30 Euro kostete. Bei den Häuserpreisen ist noch Luft nach oben, hier wurden in den Corona-Jahren 2021 und 2022 bis zu 2.600 Euro je Quadratmeter bezahlt“, erklärt Weinberger. Wohnungen entwickelten sich dagegen in die andere Richtung. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis sank 2025 von rund 2.700 auf 2.400 Euro.

Auch im laufenden Jahr konzentriert sich die Nachfrage vor allem auf Einfamilienhäuser. Besonders gesucht sind Bestandsobjekte, die ohne umfangreiche Sanierungsmaßnahmen bezogen werden können. „Insbesondere Einfamilienhäuser sind gefragt. Wie in ganz Niederösterreich stehen dabei derzeit vor allem Bestandsobjekte in gutem Bauzustand hoch im Kurs. Das entsprechende Angebot ist im Waldviertel jedoch knapp“, sagt Weinberger. Aufgrund der stark gestiegenen Baukosten würden bestehende Häuser für immer mehr Käufer eine Alternative zum Neubau darstellen.

Hinzu kommt ein Faktor, der durch die heißen Sommer an Bedeutung gewinnt: das Klima. „Menschen aus den Ballungszentren entdecken das klimatisch angenehmere Waldviertel wieder verstärkt für sich“, so Weinberger. Neben Zweitwohnsitzkäufern seien es insbesondere Best Ager, die kleinere und mittelgroße Landhäuser suchen. Bei Objekten bis rund 150 oder 170 Quadratmeter sei das Angebot allerdings begrenzt. „Davon gibt es im Waldviertel leider definitiv zu wenige in gutem Zustand.“

Dass die Nachfrage nicht nur von Zweitwohnsitzen getragen wird, zeigen auch die Wanderungszahlen. Laut Statistik Austria zogen im vergangenen Jahr 5.285 Menschen in die NUTS-3-Region Waldviertel und begründeten dort ihren Hauptwohnsitz. Darunter waren 1.269 Personen aus Wien und weitere 542 aus dem Wiener Umland. Unter dem Strich zogen 329 Menschen mehr in die Region als weg. Besonders wichtig sei dieser Zuzug angesichts der demografischen Entwicklung. 1.519 Geburten standen zuletzt 2.571 Sterbefällen gegenüber. Damit kann die positive Wanderungsbilanz den natürlichen Bevölkerungsrückgang noch nicht vollständig kompensieren.

„Zuzug ist und bleibt wichtig für das Waldviertel. Daher möchten wir das Waldviertel und das Lebensgefühl hier sichtbar machen und zeigen, wie modernes Leben in der Region tatsächlich aussieht“, sagt Patrick Layr, Bürgermeister von Weitra und Obmann des Vereins Interkomm. Regionalentwickler Josef Wallenberger sieht dabei Sicherheit zunehmend als Standortfaktor. „Neben dem noch leistbaren Wohnraum und der enormen Lebensqualität ist es das Thema Sicherheit, das die Menschen überzeugt.“ Gemeint seien dabei nicht nur finanzielle Sicherheit durch vergleichsweise leistbares Wohnen, sondern auch Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit und gesellschaftliche Stabilität.
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 15. September 2026 - zuletzt bearbeitet am 22. September 2026


SP
AutorStefan Posch
Tags
Waldviertel
raiffeisen immobilien
Peter Weinberger
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