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Wohneigentum wird zum Luxusgut

Neue Wüest-Partner-Analyse schlägt Alarm

Die Schere zwischen Mietkosten und den Aufwendungen für Wohneigentum geht immer weiter auseinander. Wie eine aktuelle Analyse des Beratungshauses Wüest Partner zur Wohnkostenbelastung in sämtlichen deutschen Gemeinden zeigt, entwickelt sich der Erwerb von Wohneigentum vielerorts zur finanziellen Belastungsprobe. Eine Analyse, die man praktisch eins zu eins auf Österreich umlegen kann. Die Untersuchung setzt die realen Wohnkosten inklusive Finanzierungs- und Unterhaltsaufwand ins Verhältnis zum verfügbaren Haushaltseinkommen und liefert damit ein präzises Bild der regionalen Leistbarkeit im Juni 2026.

Während sich die Mietkostenbelastung in rund 90 Prozent der deutschen Kommunen in einem vertretbaren Rahmen zwischen 14 und 19 Prozent des Haushaltseinkommens bewegt, stellt sich die Situation beim Eigentum drastisch dar: In fast jeder zwanzigsten Gemeinde wird die allgemein anerkannte Belastungsmarke von 30 Prozent des Einkommens bereits überschritten. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass heute nicht mehr allein die Immobilienpreise über die Leistbarkeit entscheiden. Ausschlaggebend ist das Zusammenspiel von Wohn- und Finanzierungskosten sowie Einkommen“, erklärt Sophie Nieder, Senior Economic Market Analyst bei Wüest Partner.

Besonders drastisch zeigt sich die Lage in den Top-7-Metropolen, wo die kalkulierte Eigentumsbelastung durchgehend über der kritischen 30-Prozent-Marke liegt. Den Spitzenplatz nimmt München mit einer Belastungsquote von 36,5 Prozent bei durchschnittlichen Kaufpreisen von rund 8.000 Euro pro Quadratmeter ein. Dahinter folgen Berlin mit 35,8 Prozent und Hamburg mit 35,1 Prozent. Auch im Mietsegment geraten die Großstädte an ihre Grenzen: Die durchschnittliche Mietbelastung der Top-7 liegt bei 27,7 Prozent, wobei Berlin mit 30,9 Prozent als einzige Metropole den Orientierungswert von 30 Prozent reiner Wohnkosten bricht.

Abseits der Ballungsräume stehen vor allem die klassischen Speckgürtel sowie exklusive Ferienregionen unter starkem Preisdruck. In den Umlandgemeinden Münchens, am Tegernsee sowie auf den nordfriesischen Inseln treffen ein extrem knappes Angebot und eine hohe Nachfrage aufeinander. Kaufpreise von über 10.000 Euro pro Quadratmeter sind hier Normalität, Spitzenreiter verzeichnen sogar Werte von über 13.000 Euro pro Quadratmeter. Entlastung finden Ökonomen hingegen in ländlichen Regionen Ostdeutschlands sowie Teilen von Rheinland-Pfalz, wo die Mietbelastungsquoten aufgrund des geringeren Nachfragedrucks oft stabil bei moderaten 14 bis 16 Prozent verharren.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 03. Juni 2026 - zuletzt bearbeitet am 03. Juni 2026


RR
AutorRobert Rosner
Tags
wohneigentum
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Wohnkosten
Leistbarkeit
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