Zehn Jahre Vienna Research Forum
Verlässliche Marktdaten für den Gewerbesektor.
Das Vienna Research Forum (VRF) blickte im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung in den Räumlichkeiten der BUWOG auf ein Jahrzehnt strukturierter Marktdaten und professioneller Immobilienforschung zurück. Seit dem Start der Initiative wurden 40 Quartalsberichte zum Büromarkt sowie 15 Halbjahresberichte zum Industrie- und Logistiksegment vorgelegt. Das Ziel bleibt unverändert: Die gewerblichen Liegenschaftsmärkte in Wien und dem Umland für Investoren sowie Marktteilnehmer transparent und nachvollziehbar abzubilden. Stephan W. Schmitz von der Oesterreichischen Nationalbank beleuchtete als Festredner die Professionalisierung des Gewerbeimmobilienmanagements seit dem Jahr 2000, zudem wurde der aktuelle Gewerbeimmobilienindex vorgestellt.
Die Entstehungsgeschichte reicht bis in das Jahr 2014 zurück, als der Verein immQu auf Initiative von Alexander Bosak gemeinsam mit führenden Maklerhäusern das Forum nach dem Vorbild vergleichbarer Research Foren im CEE-Raum gründete. In einem zweijährigen Prozess entstand ein Klassifizierungssystem für moderne Büroobjekte, das die frühere, auf einer Arbeitsstättenzählung basierende Angabe von 10,2 Millionen Quadratmetern ablöste. Initiator Alexander Bosak hält fest: „Mit dem Vienna Research Forum Büromarktbericht verfügen wir nun seit 10 Jahren über eine einheitliche Darstellung des modernen Wiener Büroimmobilienmarktes.
“Bei der ersten Erhebung im Herbst 2016 umfasste der analysierte Markt 5.534.438 m² Bürofläche bei sieben Prozent Leerstand. Heute beläuft sich der erfasste Bestand auf 5.947.918 m². Davon entfallen 56,88 Prozent auf Liegenschaften der Klasse A und 41,82 Prozent auf Flächen der Klasse B nach VRF-Standard. Der Leerstand liegt aktuell bei 4,42 Prozent.Die methodische Gliederung bietet Orientierung für die Branche. Elisa Stadlinger von ÖRAG-Immobilien betont: „Das große Asset der VRF-Erhebung ist die Einteilung des Gesamtmarktes in Submärkte. So können Investoren auf Basis der Vermietungs- und Neubauaktivität genau nachvollziehen, welche Submärkte gut funktionieren beziehungsweise besonders nachgefragt sind.“ Für Alexandra Bauer von EHL Gewerbeimmobilien sind die Erhebungen unverzichtbar: „Die Erstellung eines Büromarktberichts ohne die VRF-Zahlen ist für uns gar nicht mehr vorstellbar.
“Seit 2019 erfasst das Forum zudem den Logistik- und Industriemarkt im Umland. Lukas Richter von Richter Industriemakler erklärt hierzu: „Die Flächen wurden von Wien in das südlich gelegene Industrieviertel ausgelagert.“ Alexandra Fischer von Otto Immobilien unterstreicht: „Die publizierten Zahlen zum Industrie- und Logistikmarkt haben den Investoren Sicherheit gegeben und dem Markt ein neues Leben eingehaucht.“ Martin Denner von CBRE ergänzt, dass die Transaktionen seither signifikant zugelegt hätten.
Eine mögliche Ausweitung des Erhebungsmodells auf weitere Bundesländer knüpft Frank Brün, Leiter des Vienna Research Forum, an klare Voraussetzungen: „Dafür braucht es aber eine genügend große Anzahl professioneller Partner. Diese müssen über eine jahrelange Erfahrung sowie eine konstante Performance in der Vermietungsleistung verfügen.“
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