Alarm für Prime-Immobilien
Wetterextreme und ESG steigern Risiko
Die Auswirkungen der Wetterextreme und Dekarbonisierung auf das Primesegmant hatte bislang noch kaum Eingang in die öffenliche Diskussion gefunden. Jetzt hat der globale Immobilien-Investmentmanager AEW die finanziellen Folgen physischer Klimarisiken – wie Überschwemmungen, Waldbrände und Stürme – mit den Transformationskosten für energetische Sanierungen in einer europaweiten Analyse zusammengeführt. Das Ergebnis der AEW-Research-Studie ist fast schon alarmistisch: Die notwendige Klimarisikoprämie für europäische Prime-Immobilien verdoppelt sich nahezu und steigt für den Zeitraum 2026 bis 2030 auf durchschnittlich 0,45 Prozent (45 Basispunkte) pro Jahr.
Die Auswertung basiert auf einem repräsentativen Referenzportfolio von 964 Objekten in 20 Ländern.
Während das reine Dekarbonisierungs- und Transitionsrisiko mit 26 Basispunkten zu Buche schlägt, schlagen die physischen Extremwetterrisiken nun zusätzlich voll durch. Auf Länderebene weist Norwegen bei den physischen Risiken mit 41 Basispunkten die höchste Prämie auf. Werden jedoch beide Komponenten kombiniert, verzeichnen Märkte in Mittel- und Osteuropa (MOE) sowie in Frankreich die höchsten Gesamtrisikoaufschläge – begründet durch einen hohen Anteil an Logistikimmobilien in peripheren Standorten.
Hans Vrensen, Head of Research & Strategy Europe bei AEW, verweist auf die Extremwetterereignisse des Sommers und fordert Investoren zu einer deutlich schärferen Due Diligence auf Mikrolagen- und Gebäudeebene auf. Da die globale Oberflächentemperatur laut aktuellen Messdaten bereits 1,39 °C über dem vorindustriellen Niveau liegt, müssen potenzielle Ertragsverluste und nötige CapEx-Maßnahmen zwingend in die Renditeerwartung und Portfoliosteuerung einkalkuliert werden.
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