Trendwende beim Flächenverbrauch
Neubau kurbelt Flächenverbrauch wieder an
Österreichs Immobilienlandschaft wächst wieder – und mit ihr die Flächeninanspruchnahme. Nach einer Phase deutlicher Rückgänge verzeichnete das Portal flaechenversiegelung.at für das Jahr 2025 erstmals wieder ein Plus von 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 28,2 Quadratkilometer neu beansprucht, was einem täglichen Durchschnitt von etwa 7,7 Hektar entspricht. Dieser Anstieg markiert eine Zäsur nach den Tiefstständen der Jahre 2023 und 2024, bleibt jedoch signifikant unter den Werten der vorangegangenen Dekade.
Die Ursachen für den Anstieg liegen primär in einer Belebung des Marktes. „Dass die Flächeninanspruchnahme im Vorjahr wieder etwas wuchs, war im Wesentlichen auf einen leichten Aufschwung im Wohnungsneubau und die Ausweitung von Betriebsflächen zurückzuführen“, erklärt Wolfgang Holzhaider, Initiator der „Allianz Bodenstrategie mit Hausverstand“. Für die Branche sei dies ein wichtiges Signal: „Und wenn die Bauwirtschaft sich aus der Krise kämpft, ist das prinzipiell eine gute Nachricht“, so Holzhaider weiter.
Trotz der aktuellen Dynamik ordnen Experten die Zahlen nüchtern ein. Andreas Kreutzer vom Beraternetzwerk KREUTZER FISCHER & PARTNER stellt fest: „Dennoch war man vom langjährigen Durchschnitt weit entfernt“. Zum Vergleich: Zwischen 2016 und 2020 lag die jährliche Neuinanspruchnahme im Schnitt bei 43,3 Quadratkilometern. Erst danach sanken die Werte massiv auf 29,2 (2023) und den Tiefpunkt von 24,7 Quadratkilometern im Jahr 2024.
Der Blick auf die Gesamtstatistik zeigt, dass aktuell rund 5.930 Quadratkilometer der österreichischen Staatsfläche für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzt werden. Dies entspricht 18,1 Prozent des sogenannten Dauersiedlungsraums. Mehr als die Hälfte dieser Flächen (52,5 Prozent) gilt als versiegelt, was bedeutet, dass sie überbaut oder asphaltiert sind. Auf die gesamte Staatsfläche gerechnet ergibt dies eine Versiegelungsquote von 3,7 Prozent.
Inhaltlich splittet sich die genutzte Fläche auf verschiedene Kategorien auf: Den größten Anteil nehmen Straßen und Parkplätze mit 34 Prozent ein, gefolgt von Gärten mit 31 Prozent. Reine Gebäudeflächen machen 14 Prozent aus, während Betriebsflächen 12 Prozent beanspruchen. Die restlichen neun Prozent entfallen auf Freizeitflächen, Friedhöfe, Gleisanlagen sowie Abbaugebiete. Die Datenbasis stützt sich auf öffentliche Quellen des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen sowie des Umweltbundesamtes.
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