Büro wird zum sozialen Hub
Mehrheit kommt primär wegen Austausch ins Büro
Der wichtigste Grund, warum Beschäftigte heute ins Büro kommen, ist nicht mehr die Arbeit selbst, sondern der persönliche Austausch mit anderen. Laut der aktuellen CBRE-Studie "2026 Global Workplace & Occupancy Insights" nennen 68 Prozent der Befragten die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen als entscheidenden Motivationsfaktor für die Anwesenheit am Arbeitsplatz. Persönliche Meetings folgen mit 58 Prozent.
Klassische Argumente wie bessere Konzentration (52 Prozent) oder die Trennung von Arbeit und Privatleben (32 Prozent) spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle. Das Büro entwickelt sich damit immer stärker zu einer Art Dorfplatz des Unternehmens. Es ist nicht länger primär ein Ort für konzentriertes Arbeiten, sondern fungiert zunehmend als sozialer Knotenpunkt.
"Der entscheidende Mehrwert des Büros liegt heute mehr denn je im Miteinander. Unternehmen müssen Räume schaffen, die Begegnung und Zusammenarbeit gezielt fördern", sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. Diese Entwicklung verändert auch die Anforderungen an Büroflächen grundlegend. Immer mehr Unternehmen setzen auf tätigkeitsbezogene Konzepte, die unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen. Gleichzeitig verlieren klassische, ausschließlich auf Einzelarbeit ausgelegte Flächen rapide an Bedeutung. Annehmlichkeiten gewinnen im Büroumfeld ebenfalls an Stellenwert, sind jedoch selten der ausschlaggebende Grund für die Büroanwesenheit.
Praktische Angebote wie Cafés und Restaurants werden von 57 Prozent der Befragten als wichtig bezeichnet. Dahinter folgen kostenfreie Parkmöglichkeiten mit 29 Prozent sowie Teeküchen oder Pantry-Lösungen mit 25 Prozent. Diese Angebote wirken unterstützend, erhöhen die Aufenthaltsqualität und erleichtern den Arbeitsalltag, ersetzen aber nicht den eigentlichen Mehrwert der persönlichen Interaktion und des spontanen Austauschs vor Ort.
Viele Unternehmen stehen allerdings noch vor strukturellen Herausforderungen. Häufig bestimmen Hierarchien die Flächenverteilung. Einzelbüros sind vielfach Führungskräften vorbehalten, obwohl diese zumeist weniger präsent sind. Das führt zu ineffizienter Nutzung und einer spürbaren Dissonanz zwischen Raum und Unternehmenskultur."Das Büro der Zukunft ist ein Ort, für den sich Menschen aktiv entscheiden. Wer Flexibilität und Vielseitigkeit in den Mittelpunkt stellt und das richtige Gleichgewicht zwischen Konzentration und sozialer Interaktion für sein individuelles Bürokonzept findet, schafft einen echten Anziehungspunkt für die Menschen im Unternehmen", sagt Patrick Schild, Head of Leasing, Workplace & Design bei CBRE Österreich.
Die Studie basiert auf fünf Jahren Benchmarking-Daten und Stimmungsanalysen zur Entwicklung von Büroarbeitsumgebungen seit 2021. Ausgewertet wurden globale Daten ausgewählter CBRE-Kunden, die zusammen Büroflächen von insgesamt 28 Millionen Quadratmeter repräsentieren, mit einer durchschnittlichen Portfoliogröße von rund 465.000 Quadratmeter.
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