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ESG ist die Ausrede Realität ist die Rechnung

Peter Engert | Go Green

Das Schrumpfen der ESG-Blase ist kein Malheur. Zu groß war der Druck, vollmundig zu versprechen, ohne je realisieren zu können. Am Zahltag zählt nur die wirtschaftliche Realität.
Ein Hochglanz-ESG-Bericht verkauft oder vermietet keine Gebäude – egal ob in Cannes, Wien oder Eisenstadt. Nicht falsch verstehen – verwirklichte Nachhaltigkeit ist mittlerweile europaweit der entscheidende Faktor für die Wertbemessung von Immobilien. Aber dabei geht es um realisierte Nachhaltigkeit und nicht um behauptete. Und es geht nicht nur um verwirklichten Klimaschutz, sondern um das Zusammenspiel aller drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Soziales und Ökonomie. Jedes Investment in Nachhaltigkeit, das nicht auch den wirtschaftlichen Erfolg zukünftig stärkt, ist wertlos. Dieses Zusammenspiel ist die Grundlage seriöser Nachhaltigkeitsbewertungen.

Ohne thermisch sanierte Gebäude bleibt jede Diskussion über Energiequellen Theorie. Nur mit einem sanierten Gebäude können verlässliche Berechnungen für eine regenerative Energieversorgung angestellt werden. Zuerst sanieren, dann „Raus aus Öl und Gas“ – mit dieser Vorgehensweise wird Werthaltigkeit und Zukunftsfähigkeit für das Eigentum geschaffen. Die Mieter freuen sich über geringere Betriebskosten, der Eigentümer freut sich, der Bank die Erreichung des Klimaziels der EU-Taxonomie-Verordnung berichten zu können.

Der Klimawandel ist da und wird bleiben, ob wir das glauben wollen oder nicht. Auch ohne Hellseher kann prophezeit werden, dass Immobilien, die keine Resilienz gegen den Klimawandel besitzen, in den nächsten Jahren massiv an Wert verlieren werden. Wer überrascht ist, wenn Investoren oder Banken nach Klimarisikoanalysen fragen, hat die letzten Jahre nicht aufgepasst. Nicht umsonst gibt es immer weniger Versicherungen, die in ihren Polizzen Elementarereignisse absichern. Ob Hagel, Sturm, Wasser oder Hitze, wir müssen tätig werden und die Resilienz unserer Gebäude stärken. Werterhalt und Zukunftsfähigkeit sind die Belohnung.

Wir bauen Gebäude hauptsächlich für Menschen. Jede Investition, die dazu führt, dass sich Menschen in Gebäuden wohlfühlen, stärkt den Wert. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass sich Menschen ändern – die Babyboomer Generation hat andere Ansprüche als jüngere Generationen – die Flexibilität von Gebäuden sichert notwendige Veränderungen im Hinblick auf die soziale Nachhaltigkeit leistbar ab.

Ein letzter Blick auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Immobilien, die Teil funktionierender Quartiere sind, sind wirtschaftlich resilienter als solitäre Objekte. Auch Investoren beginnen das zu verstehen.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 11. März 2026 - zuletzt bearbeitet am 11. März 2026


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AutorPeter Engert
Tags
Nachhaltigkeit
Klimawandel
Wien
Immobilien
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