Spanien erlebt Immobilienboom
Preise auf neuen Rekordwerten
Spanien zählt aktuell zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Eurozone. Während Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Investitionen den EU-Durchschnitt übertreffen, zeigt sich auch der Immobilienmarkt entsprechend dynamisch. Laut einer gemeinsamen Analyse von ImmoScout24 und der spanischen Plattform Fotocasa ist das Interesse internationaler Käufer ungebrochen hoch, was die Preise für Bestandshäuser kräftig antreibt. Für deutsche Kaufinteressierte bleibt Spanien damit ein hochattraktiver, wenn auch preislich anziehender Markt.
Ausländische Käufer nehmen eine zentrale Rolle am spanischen Immobilienmarkt ein. Laut den Daten von Fotocasa entfallen rund 15 Prozent aller Immobilientransaktionen auf Personen aus dem Ausland. In touristisch geprägten Regionen ist dieser Trend noch deutlicher ausgeprägt: In der Provinz Málaga, zu der die beliebte Costa del Sol gehört, liegt der Anteil ausländischer Käufer bei beachtlichen 32 Prozent.
Kaufpreise erreichen neue Rekordmarken
Die Preisentwicklung in Spanien hat eine neue Dynamik erreicht. Im ersten Quartal 2026 kletterten die Quadratmeterpreise für Bestandshäuser auf einen landesweiten Durchschnitt von 3.014 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurde sogar der bisherige historische Höchstwert von 2.952 Euro aus dem Jahr 2007 übertroffen. Im Vergleich dazu zeigt sich der deutsche Markt deutlich verhaltener: Hier liegt der durchschnittliche Preis laut ImmoScout24 WohnBarometer bei 2.867 Euro pro Quadratmeter, was einem Zuwachs von etwa 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, ordnet die Lage ein: Spanien ist einer der dynamischsten Immobilienmärkte Europas. Die Kombination aus starkem Preiswachstum, hoher internationaler Nachfrage und weiterhin verfügbaren Einstiegsmöglichkeiten in einzelnen Regionen macht den Markt besonders attraktiv für Käufer aus Deutschland. Von etablierten Lagen wie den Balearen und Madrid bis zu günstigeren Regionen wie Andalusien bietet Spanien sehr unterschiedliche Optionen.
Enorme regionale Preisspanne
Trotz des landesweiten Anstiegs bleibt das Preisgefüge innerhalb Spaniens stark differenziert. Die Balearen sind mit durchschnittlich 5.395 Euro pro Quadratmeter das teuerste Pflaster, dicht gefolgt von der Hauptstadtregion Madrid mit 5.372 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen das Baskenland mit 3.758 Euro und die Kanarischen Inseln mit 3.397 Euro. In Katalonien, inklusive der Metropole Barcelona, müssen Käufer im Schnitt mit 3.354 Euro pro Quadratmeter rechnen.
Deutlich moderatere Preise finden sich im Süden und Osten: In Andalusien liegt der Quadratmeterpreis im Schnitt bei 2.860 Euro, in der Region Valencia bei 2.712 Euro. Wer nach besonders günstigen Einstiegsmöglichkeiten sucht, wird im Westen fündig. In der Extremadura an der Grenze zu Portugal liegt der Preis pro Quadratmeter bei lediglich 1.325 Euro. Insgesamt weisen noch fünf der 17 autonomen Gemeinschaften ein Preisniveau von unter 2.000 Euro pro Quadratmeter auf.
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