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Zinsschock: Es geht wieder nach oben
Anhebung um 25 Basispunkte erwartet
Die Europäische Zentralbank wird am Donnerstag voraussichtlich erstmals seit dem Sommer 2025 die Leitzinsen anheben. Der anhaltende Energiepreisdruck infolge des Iran-Konflikts hat die Inflation im Euroraum auf 3,2 % getrieben – deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0 %. Die Märkte rechnen mit einer Erhöhung des Hauptrefinanzierungssatzes um 25 Basispunkte auf 2,4 %.
Europaweit steigt bekanntlich die Inflationsraten – in Deutschland (einem wichtigen Stimmungsmacher in der EZB) lag die Inflationsrate im Mai bei 2,6 % zum Vorjahreszeitraum, nachdem sie im April noch 2,9 % betragen hatte und in Österreich sogar bei 3,7 %. Freilich: der EZB-Lohnindikator signalisiert bislang keine ausgeprägte Lohn-Preis-Spirale. Die Situation im Euroraum zeigt sich etwas kritischer: Insgesamt stiegen die Energiepreise im Mai erneut um fast 11 % gegenüber dem Vorjahr, die Verbraucherpreise lagen zuletzt bei 3,2 %.
„EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat dem geldpolitischen Kurs der Notenbank eine spürbare Tendenz gegeben, indem sie eine Zinserhöhung im Juni öffentlich als ‚nötig‘ bezeichnet hat“, analysiert Antonio Skoro, Geschäftsführer Qualitypool GmbH. „Der Ölpreisschock arbeite sich durch die Wirtschaft und treibe die Inflation über einen ‚beträchtlichen Zeitraum‘ vom Zielwert weg. Auch bei einem raschen Ende des Konflikts im Iran seien Energieinfrastruktur und Lieferketten bereits erheblich beschädigt.“
In den USA hat ein starker Arbeitsmarktbericht die bisherigen Zinsprognosen des Markts verändert: Goldman Sachs rechnet nicht mehr mit Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr und hat die Wahrscheinlichkeit moderater Zinserhöhungen von 10 auf 20 % angehoben. Die nächste Sitzung der US-Notenbank findet bereits am 16./17. Juni statt.
„Die EZB steht vor einer präventiven Zinserhöhung“, kommentiert Antonio Skoro. „Klassische Lohn-Zweitrundeneffekte sind in den harten Daten noch nicht voll sichtbar, doch Frühindikatoren wie Verkaufspreiserwartungen und Inflationserwartungen mahnen zur Vorsicht. Bei der Fed gehen Zinsexperten aktuell davon aus, dass eine Erhöhung nicht vor dem vierten Quartal erfolgen könnte.“
Für den Qualitypool-Geschäftsführer ist die Vorgehensweise der Notenbanken ein Balanceakt: „Insbesondere die EZB will verhindern, dass sich höhere Inflationserwartungen verfestigen, sie muss aber gleichzeitig die eher schwache Konjunktur im Blick behalten. Den Zinsschritt der Europäischen Notenbank hat der Markt wohl schon teilweise eingepreist – dennoch dürfte die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Weg hoch bleiben."
Die Bestzinsen für Baufinanzierungen haben sich seit Anfang Mai kaum verändert: Die 10-jährigen Zinsbindungen notieren weiterhin zwischen 3,59 und 3,64 %, die 15-jährigen Zinsbindungen zwischen 3,74 und 3,88 %. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen bewegte sich zuletzt in einer engen Spanne um 3,0 %. Skoro ergänzt: „Seit Jahresbeginn haben die Baufinanzierungszinsen damit nur eine minimale Aufwärtsbewegung vollzogen. Der Einfluss auf die Zinsentwicklung hält sich also bisher trotz des Iran-Konflikts und den damit verbundenen Inflationswerten in Grenzen. Für potenzielle Finanzierungskunden ist das – zumindest vorerst – eine gute Nachricht.“
Europaweit steigt bekanntlich die Inflationsraten – in Deutschland (einem wichtigen Stimmungsmacher in der EZB) lag die Inflationsrate im Mai bei 2,6 % zum Vorjahreszeitraum, nachdem sie im April noch 2,9 % betragen hatte und in Österreich sogar bei 3,7 %. Freilich: der EZB-Lohnindikator signalisiert bislang keine ausgeprägte Lohn-Preis-Spirale. Die Situation im Euroraum zeigt sich etwas kritischer: Insgesamt stiegen die Energiepreise im Mai erneut um fast 11 % gegenüber dem Vorjahr, die Verbraucherpreise lagen zuletzt bei 3,2 %.
„EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat dem geldpolitischen Kurs der Notenbank eine spürbare Tendenz gegeben, indem sie eine Zinserhöhung im Juni öffentlich als ‚nötig‘ bezeichnet hat“, analysiert Antonio Skoro, Geschäftsführer Qualitypool GmbH. „Der Ölpreisschock arbeite sich durch die Wirtschaft und treibe die Inflation über einen ‚beträchtlichen Zeitraum‘ vom Zielwert weg. Auch bei einem raschen Ende des Konflikts im Iran seien Energieinfrastruktur und Lieferketten bereits erheblich beschädigt.“
In den USA hat ein starker Arbeitsmarktbericht die bisherigen Zinsprognosen des Markts verändert: Goldman Sachs rechnet nicht mehr mit Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr und hat die Wahrscheinlichkeit moderater Zinserhöhungen von 10 auf 20 % angehoben. Die nächste Sitzung der US-Notenbank findet bereits am 16./17. Juni statt.
„Die EZB steht vor einer präventiven Zinserhöhung“, kommentiert Antonio Skoro. „Klassische Lohn-Zweitrundeneffekte sind in den harten Daten noch nicht voll sichtbar, doch Frühindikatoren wie Verkaufspreiserwartungen und Inflationserwartungen mahnen zur Vorsicht. Bei der Fed gehen Zinsexperten aktuell davon aus, dass eine Erhöhung nicht vor dem vierten Quartal erfolgen könnte.“
Für den Qualitypool-Geschäftsführer ist die Vorgehensweise der Notenbanken ein Balanceakt: „Insbesondere die EZB will verhindern, dass sich höhere Inflationserwartungen verfestigen, sie muss aber gleichzeitig die eher schwache Konjunktur im Blick behalten. Den Zinsschritt der Europäischen Notenbank hat der Markt wohl schon teilweise eingepreist – dennoch dürfte die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Weg hoch bleiben."
Die Bestzinsen für Baufinanzierungen haben sich seit Anfang Mai kaum verändert: Die 10-jährigen Zinsbindungen notieren weiterhin zwischen 3,59 und 3,64 %, die 15-jährigen Zinsbindungen zwischen 3,74 und 3,88 %. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen bewegte sich zuletzt in einer engen Spanne um 3,0 %. Skoro ergänzt: „Seit Jahresbeginn haben die Baufinanzierungszinsen damit nur eine minimale Aufwärtsbewegung vollzogen. Der Einfluss auf die Zinsentwicklung hält sich also bisher trotz des Iran-Konflikts und den damit verbundenen Inflationswerten in Grenzen. Für potenzielle Finanzierungskunden ist das – zumindest vorerst – eine gute Nachricht.“
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AutorGerhard Rodler
Tags
inflation
WEG
EZB
2025
Sommer
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