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Deutliches Plus am Investmentmarkt

37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Q1

Der österreichische Immobilien-Investmentmarkt ist mit einem deutlichen Plus in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal 2026 belief sich das Transaktionsvolumen laut Daten von CBRE auf rund 540 Mio. Euro, was einer Steigerung von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dennoch bleibt der Markt noch ein Stück von alten Höchstständen entfernt: Das Ergebnis liegt rund 16 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, wie Marc Steinke, Head of Research bei CBRE, die aktuelle Lage analysiert.

Das Marktumfeld wird weiterhin als volatil eingestuft. Laut Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE, agieren Käufer derzeit sehr selektiv. Die Markterholung wurde zuletzt durch geopolitische Verwerfungen sowie gestiegene Zinsen für Staatsanleihen und Swap Rates gebremst. Da auch die Inflation voraussichtlich höher ausfallen wird als ursprünglich angenommen, ist teilweise mit einem Aufwärtsdruck auf die Renditen zu rechnen. Dem stehen jedoch wertstabilisierende Faktoren wie steigende Baukosten, eine schrumpfende Projektpipeline und Mietsteigerungen durch Indexierungen gegenüber. In diesem Spannungsfeld könnten europäische Immobilienmärkte laut Bugl erneut als sicherer Hafen für Anleger dienen.

Wien bleibt das Kraftzentrum des österreichischen Marktes. Mit einem Investmentvolumen von rund 230 Mio. Euro entfielen etwa 43 Prozent des gesamten Marktanteils auf die Bundeshauptstadt. Auffällig war im ersten Quartal das Fehlen großer Landmark-Deals. Stattdessen lag der Schwerpunkt sowohl in Wien als auch in den Bundesländern auf kleineren bis mittelgroßen Transaktionen, was auf eine veränderte Marktstruktur hindeutet.

Die Rangliste der beliebtesten Assetklassen wird derzeit vom Einzelhandel angeführt, der auf einen Marktanteil von 31 Prozent kommt. Besonders prägend war hier die Beteiligung des australischen Pensionsfonds Aware Super an einem paneuropäischen Factory-Outlet-Center-Portfolio. Auch Fachmärkte und Fachmarktzentren erfreuen sich weiterhin einer stabilen Nachfrage.

Der Hotelsektor belegt mit 27 Prozent den zweiten Platz. Das herausragende Ereignis war hier der Verkauf des Andaz Vienna am Belvedere. Da sich die Vertragsunterfertigung bis in das Jahr 2026 verzögerte, wird dieser Deal nun als größte Transaktion des laufenden Jahres gewertet.

Büro- und Wohnimmobilien folgen mit Marktanteilen von 15 bzw. 14 Prozent. Während im Bürosegment vor allem hochwertige Objekte in guten Lagen der Landeshauptstädte gefragt waren – beispielhaft stehen hier der Verkauf des Science Park Urfahr und die Beteiligung am Hafenportal Linz – legten die Verkäufe der offenen Immobilienfonds im Wohnsegment eine kurze Verschnaufpause ein. Dennoch konnten sich Akteure wie Catella und Auris Immo Solutions Wohnanlagen in Wien sichern. Für den Logistikbereich befinden sich laut CBRE derzeit zahlreiche Transaktionen in einem fortgeschrittenen Stadium.

Internationale Investoren kehrten im ersten Quartal verstärkt zurück und zeichneten für 74 Prozent des Volumens verantwortlich. Neben Kapital aus Deutschland floss insbesondere tschechisches und australisches Kapital in den heimischen Markt. Experten gehen jedoch davon aus, dass österreichische Privatinvestoren und Family Offices im weiteren Jahresverlauf wieder verstärkt für strategische Ankäufe aktiv werden.

Zum Jahresbeginn blieben die Bruttospitzenrenditen weitgehend stabil. Büroimmobilien notieren bei 4,75 Prozent, während High-Street-Retail bei 4,70 Prozent liegt. Im Wohnsegment werden 4,00 Prozent erzielt. Logistikimmobilien kommen auf 5,10 Prozent und Hotelimmobilien auf 5,40 Prozent. Damit zeigt sich trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten ein gefestigtes Renditeniveau in den Kernsegmenten.

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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 16. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 23. April 2026


SP
AutorStefan Posch
Tags
Cbre
Transaktionsvolumen
Investment
Manuel Bugl
Marc Steinke
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