Immomedien
Steuer & Rechtimmomedien.atimmoflash.at
 / Lesezeit 1 min

ÖHGB warnt vor Wohnungsnot durch "Befristungs-Wahn"

Befristungsverbot verknappt das Angebot

Die anhaltende politische Debatte über eine Verschärfung oder gar Abschaffung befristeter Mietverträge sorgt für heftige Reaktionen in der Immobilienwirtschaft. Der Österreichische Haus- und Grundbesitzerbund (ÖHGB) warnt vor schwerwiegenden Konsequenzen für den Wohnungsmarkt. Entgegen den Behauptungen einer vermeintlichen Explosion befristeter Verträge zeichnen die harten Fakten ein anderes Bild. Wie Daten des Mikrozensus der Statistik Austria belegen, stieg der Anteil befristeter Hauptmietverhältnisse bundesweit zwischen 2017 und 2025 lediglich um 3,2 Prozentpunkte auf 25,1 Prozent. In der Bundeshauptstadt Wien blieb die Quote im selben Zeitraum mit zuletzt 19,7 Prozent im Jahr 2025 sogar völlig stabil.

Aus Sicht der Eigentümervertretung fungiert die rechtliche Befristung nicht als Instrument der Willkür, sondern als notwendiges wirtschaftliches Ventil. Private Vermieter nutzen zeitliche Begrenzungen primär, um flexibel auf anstehende Eigenbedarfe in der Familie, temporäre Auslandsaufenthalte oder geplante Sanierungen reagieren zu können. Das Mietrechtsgesetz schränkt die Kündigungsmöglichkeiten ohnehin stark ein. Ohne die Option zur Befristung würden viele Eigentümer ihre Objekte dem Markt komplett entziehen, was zu einem deutlichen Rückgang des verfügbaren Wohnraums führen würde. Ein Mieterwechsel ist zudem durch Sanierungs- und Verwaltungskosten für Vermieter mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden, weshalb langfristige, verlässliche Mietverhältnisse im Regelfall bevorzugt werden.

„Wer behauptet, die Zahl befristeter Mietverträge explodiere, übertreibt und betreibt bewusst Panikmache“, so ÖHGB-Präsident Martin Prunbauer. Er kritisiert zudem die regulatorischen Eingriffe der vergangenen Jahre, wie die mietrechtlichen Inflationslinderungsgesetze (3., 4. und 5. MILG). Diese Eingriffe bei den Richtwert-, Kategorie- und freien Mieten hätten zu spürbaren realen Wertverlusten beim Hauptmietzins geführt.

„Wer Einnahmen beschneidet und gleichzeitig die Befristung abschaffen will, nimmt Vermietern jede Planungssicherheit. Das ist ein Frontalangriff auf privates Eigentum“, so Prunbauer. Als positives Gegenbeispiel nennt der Verband Vorarlberg: Durch die dort seit 2001 geltende Befristung im öffentlichen und gemeinnützigen Wohnbau werde die Fehlbelegung effektiv reduziert und der Wohnungsmarkt entlastet.
Immomedien

Registrieren. Weiterlesen. Vorteile genießen.

Egal ob Sie exklusive Artikel, ein Unternehmensprofil anlegen oder Applikationen wie unser interaktives Firmenbuch nutzen wollen. Wir haben garantiert das richtige Abo-Paket für Ihre Zwecke parat.

Ihre Vorteile

  • Erstellen eines ausführlichen Personenprofils
  • Testweise 3 Immobilien Magazin Printausgaben
  • Lesezeichen für Artikel, Jobs und Events
  • Erstellen von Pressemitteilungen, Events und Jobs
  • Erstellen eines ausführlichen Firmenprofils
  • Schalten Sie über unsere Abonnements weitere Funktionen frei und erhalten Sie den vollen Zugang zu allen Artikeln!

PRO Abo monatlich

20,- € / Monat exkl. MwSt.

Vorteile entdecken

Pro Abo

120,- € / Jahr exkl. MwSt.

Unlimitierter Zugang zu allen Leistungen inkl. 5 Personen Abos

Vorteile entdecken

Networking AddOn

584,- € / Jahr exkl. MwSt.

Vorteile entdecken

Premium Abo

1.200,- € / Jahr exkl. MwSt.

Erstellen Sie Ihr ausführliches Personenprofil, Zugang zum digitalen Immobilien Magazin

Vorteile entdecken

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 30. Juni 2026 - zuletzt bearbeitet am 07. Juli 2026


LF
AutorLaura Fürst
Tags
Mietverträge
Wohnungsmarkt
ÖHGB
Befristung
Immomedien
Informiert bleiben.

Treffen Sie eine Selektion unserer Newsletter zu buildingTIMES, immoflash, Immobilien Magazin, immo7news, immojobs, immotermin oder dem Morgenjournal

Jetzt anmelden

© Cachalot Media House GmbH - Alle Rechte vorbehalten